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Kommentar

Volle Stadien, ungeimpfte Profis: Der Fußball im Abseits

Der Präsident des RKI, Lothar Wieler, hat in der sich immer mehr zuspitzenden Corona-Lage deutlich schärfere Maßnahmen gefordert. Am Wochenende könnten aber wieder 300.000 Menschen in Bundesliga-Stadien pilgern. So stellt sich der Profisport selbst ins Abseits. Ein Kommentar.

Von Jonas Austermann

Kölns Fans feuern ihre Mannschaft vor dem Spiel an. Foto: Rolf Vennenbernd

Mit Notbremsen kennen sie sich im Fußball aus – diese Erkenntnis gilt allerdings nur für das gleichnamige Foulspiel, nicht aber für ein verantwortungsvolles und stringentes Handeln im Kampf gegen die Corona-Krise. RKI-Chef Lothar Wieler wählte am Freitag drastische Worte, um die Ausmaße der vierten Welle zu beschreiben, und forderte eine Notbremse. Der Profisport, allen voran König Fußball, stellt sich aber selbst ins Abseits.

An diesem Wochenende könnten über 300.000 Menschen in die Bundesliga-Stadien pilgern. Das geben die politischen Vorgaben noch her. Müssen die Vereine das ausreizen? Keinesfalls. Mit der vielzitierten Vorbildfunktion, mit der sich der Profifußball so gerne schmückt, hat dieses Verhalten rein gar nichts zu tun.

Klar ist, dass 2G – nach dem Wochenende – flächen­deckend auch in Fußballstadien kommt, womöglich sogar für Sportler. Es bleibt eine knifflige Rechtsfrage, ob eine solche Regelung zulässig ist. Ungeimpfte Profis wie Bayerns Joshua Kimmich könnten die viel stärkere Antwort ohnehin mit einer Entscheidung für den Piks geben. Sie würden ihren Teil zum Kampf gegen Corona beitragen – und helfen, den Fußball aus dem Abseits zu holen.

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