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«A Christmas Carol»: Reynolds und Ferrell in «Spirited»

New York/London (dpa)

Einst mit Bill Murray oder mit den Muppets und nun mit Ryan Reynolds und Will Ferrell als Musical-Comedy: Kaum ein Stoff wird so oft filmisch verarbeitet wie «A Christmas Carol» von Charles Dickens.

Von Gregor Tholl, dpa

Will Ferrell (r) als Geist der Weihnacht, der Ryan Reynolds als modernen Twitter-Scrooge heimsucht: Die Musical-Komödie «Spirited» erscheint bei Apple TV+. Foto: -/Apple TV+/dpa

Es ist der bald 180 Jahre alte Stoff, aus dem die weihnachtliche Läuterung ist: «A Christmas Carol» von Charles Dickens. Kaum eine Erzählung wurde schon so oft verfilmt wie diese Weihnachtsgeistergeschichte. Jetzt kommt eine leicht verrückte Fassung hinzu.

Die Musical-Komödie «Spirited» mit Ryan Reynolds, Will Ferrell und Octavia Spencer erscheint beim Streamingdienst Apple TV+ an diesem Freitag (18.11.). Und bevor wir es vergessen: Vom Streamingdienst-Konkurrenten Netflix ist bald noch der neue Animationsfilm «Scrooge: Ein Weihnachtsmusical» zu erwarten (2.12.).

In der 1843 veröffentlichten Dickens-Erzählung bekommt der grantig-geizige Geldverleiher Ebenezer Scrooge in der Weihnachtsnacht Besuch von seinem schon gestorbenen Teilhaber Jacob Marley sowie von drei weiteren Geistern, nämlich dem Geist der vergangenen Weihnacht, dem Geist der diesjährigen Weihnacht und schließlich dem Geist der zukünftigen Weihnacht. Sie zeigen dem Griesgram die Folgen seines Verhaltens und bewegen ihn dazu, freundlicher und sozialer zu werden.

Perspektivwechsel

Die Neuverfilmung mit Ryan Reynolds ist eine mit Musik angereicherte ironische Neuinterpretation dieses Märchens. Die Story wird dabei vor allem aus der Perspektive der Geister erzählt. Kurz gesagt: Wir bekommen einen Blick hinter die Kulissen der Läuterung, so ähnlich wie der Animationsfilm «Monster AG» einst zeigte, dass die knuffigen Ungeheuer Sulley und Mike nachts Menschenkinder erschrecken, um mit deren Schreien in Behältern Monstropolis mit Energie zu versorgen.

Hier wählt das Unternehmen der Weihnachtsgeister dagegen jedes Jahr an Heiligabend mit viel Aufwand eine dunkle, selbstsüchtige Seele aus, die durch den Besuch von drei Geistern geläutert werden soll.

Doch dieses Jahr lässt sich der gewiefte Werbeexperte Clint Briggs (Ryan Reynolds), der in den Akten als unbekehrbar gilt, nicht so einfach erlösen. Im Gegenteil: Er bringt alles durcheinander und dreht den Spieß für den Gegenwartsgeist (Will Ferrell) einfach um und konfrontiert ihn mit der eigenen Vergangenheit und den Möglichkeiten einer Zukunft als Mensch. Eine zu Weihnachten passende, kurzweilige, rasante Erzählung über Freundschaft und Liebe entfaltet sich.

Regie führte Sean Anders («Der Chaos-Dad»). Die Lieder stammen von den Oscar-Preisträgern Benj Pasek und Justin Paul («La La Land»), die beeindruckenden Choreographien und Tänze von Chloe Arnold.

Vor 30 Jahren übrigens (US-Kinostart 11.12.1992) brachte Walt Disney Pictures «Die Muppets-Weihnachtsgeschichte» heraus. In Deutschland lief diese Puppenversion aber erst ein Jahr später, im Dezember 1993. Den Ebenezer Scrooge spielt darin der britische Schauspieler Michael Caine. Kermit, Miss Piggy, Gonzo, Fozzie Bär oder auch die grantigen Logen-Opas Statler und Waldorf übernehmen die anderen Rollen.

«Christmas Carol»-Verfilmungen gab es schon in den 1930ern, 50ern, 70ern oder 2019 als BBC-Miniserie. Es gibt eine Micky-Maus-Fassung mit Dagobert Duck als Scrooge sowie eine Version der Augsburger Puppenkiste («Geister der Weihnacht»). Serien wie «Dr. Who» oder die Historien-Sitcom «Blackadder» benutzten den Stoff in Episoden.

In «Disneys Eine Weihnachtsgeschichte», einem 2009 animierten Fantasyfilm von Robert Zemeckis («Zurück in die Zukunft», «Der Polarexpress») wirken Jim Carrey und Gary Oldman mit.

Etliche Vorgänger

Eine der berühmtesten Versionen ist wohl die 1988 erschienene Komödie «Die Geister, die ich rief...» von Richard Donner («Die Goonies»). Darin spielt Bill Murray («Und täglich grüßt das Murmeltier») den fiesen Fernsehproduzenten Frank Cross, der ein Weihnachts- und Menschenhasser ist und eine moderne Verkörperung des Ebenezer Scrooge. Der Originaltitel des Films lautet denn auch «Scrooged».

Vor fünf Jahren behandelte ein Film übrigens die Entstehung der weltberühmten Erzählung «A Christmas Carol». «Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand» verknüpft die Weihnachtsstory von Dickens mit dessen Biographie. Dan Stevens («Ich bin dein Mensch») ist als Charles Dickens zu sehen und der 2021 gestorbene Oscar-Preisträger Christopher Plummer mimt Scrooge.

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