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TV-Tipp

Arte-Doku über Schlagersängerin Mireille Mathieu

Paris (dpa)

Die Geschichte des Mädchens, das aus armen Verhältnissen stammt und mit Singen Geld für die Familie verdient, ist legendär. Mireille Mathieu hat daraus eine Weltkarriere gemacht.

Von Ute Wessels, dpa

Arte zeigt die Doku «Mireille Mathieu - Singen, nur singen!». Foto: Tobias Hase/dpa

Die Frisur ist ihr Markenzeichen, Stimme und Fleiß sind ihr Erfolgsrezept - Mireille Mathieu ist Frankreichs Schlagerkönigin.

Der Sender Arte widmet der 75-Jährigen ein Dokumentation, die ihre wohl einzigartige Karriere beleuchtet, aber auch eines nicht schafft: hinter die Fassade der Sängerin zu blicken. Zu sehen ist die knapp einstündige Sendung «Mireille Mathieu - Singen, nur singen!» am Freitag, 3. Dezember, um 22.20 Uhr auf dem Kultursender.

Sie galt als neue Edith Piaf. In Frankreich kann es für eine Sängerin wohl kaum ein größeres Kompliment geben. Als Mireille Mathieu Anfang 1966 mit knapp 18 Jahren in ihrer Heimatstadt Avignon einen Gesangswettbewerb gewinnt, beginnt eine hollywoodreife Erfolgsgeschichte. Es folgt ein Auftritt in Paris, bei dem Millionen Zuschauer vor den Fernsehapparaten sitzen. Drei Lieder darf die schüchterne Mireille singen. Danach ist sie das Topthema im Land.

Die Frisur als Markenzeichen

Manager Johnny Stark, der auch mit den Künstlern Yves Montand und Johnny Hallyday arbeitet, erkennt das Talent der zierlichen jungen Frau mit der markanten Ponyfrisur. Archivmaterial zeigt die ersten Schritte Mireilles in der Öffentlichkeit. Der Manager organisiert ihr Unterricht im Tanzen und stilsicheren Auftreten, sie büffelt Deutsch und andere Sprachen.

Kritiker werfen ihr vor, eine Marionette zu sein. Andere sagen, es sei im Gegenteil ein Zeichen von Stärke, sich auf die Tipps des Managers eingelassen zu haben. Selbst die Frisur ändert sie auf Anraten Johnny Starks nicht. Deutschlands Schlagerkomponist Ralph Siegel, der auch mit Mireille Mathieu gearbeitet hat, bezeichnet die Frisur in der TV-Dokumentation als großen Managementtrick. «Donald Duck sah auch immer gleich aus.» Der französische Radiomoderator Stéphane Bern sagt, die Frisur gebe der Sängerin Sicherheit.

In den 1960er und 1970er Jahren zählt Mireille Mathieu zu den Superstars des französischen Chansons, ist weltweit auf Tour und regelmäßig in TV-Shows zu sehen. Dass sie auch in China und Russland auftritt, sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigt und 2007 bei der Amtseinführung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy die Nationalhymne singt, wird ihr von ihren Landsleuten immer wieder vorgehalten und als politisches Engagement ausgelegt.

Mireille Mathieu sieht das anders. Sie will «einfach singen, für alle Menschen, für die ganze Welt». So hatte sie es schon zu Beginn ihrer Karriere gesagt. Die Sängerin ist das älteste von 14 Geschwistern. Die Schule bricht sie früh ab, um als Hilfsarbeiterin etwas Geld für ihre Familie zu verdienen. Später macht sie mit französischen Chansons und deutschen Schlagern ein Vermögen.

Die Dokumentation nähert sich der stets streng und korrekt wirkenden Sängerin an. Weggefährten und Musikkenner versuchen das Phänomen Mireille Mathieu zu entschlüsseln. Wie die Sängerin aber abseits der Bühne tickt und fühlt, bleibt ihr Geheimnis.

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