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Authentisch

Ausgrenzung und Rebellion: «Drei Kameradinnen»

Köln (dpa)

Es geht um die Lebenswirklichkeit von drei Migrantinnen. Starker Roman einer Freundschaft.

Von dpa

Sie sind in der gleichen Wohnblocksiedlung aufgewachsen und haben einen ähnlichen migrantischen Hintergrund. Zusammen rauchen sie auf dem Hochhausdach und feiern Partys: Saya, Kasih und Hani sind drei Kameradinnen, eine bedingungslos miteinander verbundene Schicksalsgemeinschaft.

Die Geschichte dieser Freundschaft erzählt Kasih, «das Mädchen aus dem Getto», in der Rückschau in rotzig-frechem Ton. Denn es ist etwas Schlimmes passiert. Ein Wohnhaus wurde in Brand gesteckt und Saya sitzt im Knast. Hat sie, die ewige Rebellin, das Feuer gelegt, und wenn ja warum? Den zweiten Roman von Shida Bazyar, «Drei Kameradinnen», kann man als kraftvollen literarischen Beitrag zur aktuellen Identitäts- und Rassismusdebatte lesen. Vor dem Hintergrund des NSU-Prozesses schildert sie die Lebenswirklichkeit dreier Migrantinnen, ihre Ausgrenzungserfahrungen, ihre Wut, aber auch ihre Sehnsucht nach etwas «Normalität». Dabei verleiht sie Kasih eine Erzählstimme von erstaunlicher Authentizität, verwirrend, widersprüchlich und berührend.

Shida Bazyar: Drei Kameradinnen, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 352 Seiten, 22,00 Euro, ISBN 978-3-462-05276-3

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