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Currentzis in Dortmund - Ensemblemitglieder suspendiert

Dortmund (dpa)

Vier Mitglieder des russischen Ensembles MusicAeterna werden am Freitag in Dortmund nicht mit auf der Bühne sein. Sie hatten sich für den Ukraine-Krieg oder polemisch anti-westlich geäußert.

Von dpa

Der Dirigent Teodor Currentzis während einer Fotoprobe in Salzburg. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa

Der Dirigent Teodor Currentzis und sein russisches Ensemble MusicAeterna treten laut Konzerthaus Dortmund am Freitag dort ohne mehrere Musiker auf, die wegen Äußerungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine suspendiert worden sind.

«Wir haben immer gesagt: Wer sich eindeutig pro Krieg oder pro Kreml äußert, kann bei uns keine Bühne bekommen», sagte Intendant Raphael von Hoensbroech. Konzerthaus und Management des Ensembles waren sich über die Suspendierungen demnach «völlig einig».

Eine Sprecherin von MusicAeterna war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Zuvor hatte das Klassik-Magazin «Crescendo» berichtet.

Kritik auch am Dirigenten

Konkret geht es um kriegsbefürwortende oder polemische anti-westliche Äußerungen von vier Ensemblemitgliedern etwa in Sozialen Medien. Ein Mitglied hatte zum Beispiel kürzlich im sozialen Netzwerk VKontakte ein Lied zur Unterstützung russischer Soldaten veröffentlicht.

Der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis äußert sich nicht öffentlich zum Krieg. Das brachte ihm zuletzt auch Kritik ein. Die Kölner Philharmonie etwa sagte ein Konzert des von ihm dirigierten SWR-Symphonieorchesters ab.

Das Ensemble MusicAeterna wird außerdem mit Geld aus Russland finanziert. Von Hoensbroech sagte: «Wir können nicht von jedem Künstler verlangen, dass er sich zum Märtyrer macht.» Kritische Äußerungen würden in Russland als hartes Signal verstanden. Mit Blick auf die Finanzierung sagte er: «Ich persönlich halte das für kritisch, weiß aber auch aus vielen Gesprächen, dass das nicht so schnell änderbar ist.» Das schon vor dem russischen Angriff geplante Konzert am Freitag findet demnach statt, weitere Einladungen soll es aufgrund dieser Finanzierung vorerst aber nicht geben.

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