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Kriminalroman

Düstere Geschichte: «Wenn die Schatten sterben»

Berlin (dpa)

Der Fund einer Leiche führt in Christof Gassers Roman tief hinein in die NS-Vergangenheit. Der Schweizer Autor deckt ein verdrängtes Kapitel der Geschichte seines Landes auf.

Von dpa

In der traditionsreichen schweizerischen Stadt Solothurn lässt Christof Gasser seinen Kriminalroman «Wenn die Schatten sterben» spielen. Hierhin zieht es nach einem Schicksalsschlag die junge Becky.

Mit ihrem kleinen Sohn zieht sie in das heruntergekommene Schlösschen, in dem ihre Großeltern gelebt hatten. Bei Renovierungsarbeiten wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die vor rund 80 Jahren, also während des Zweiten Weltkriegs, ermordet worden sein muss. Die Tat ist nach Schweizer Recht verjährt, aber Becky will die Wahrheit herausfinden.

Gassen erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart, zum anderen während des Krieges. Hier zeigt er, wie einflussreich die Nationalsozialisten in der eigentlich neutralen Schweiz waren. Aber das Böse bleibt nicht in der Vergangenheit. In Beckys Umfeld kommt es zu einem verdächtigen Todesfall, und sie fragt sich, ob sie mit ihren Nachforschungen lang verdeckte Gefahren ans Licht gebracht hat. Christof Gasser erzählt nicht nur eine spannende Geschichte, er bringt auch ein wenig bekanntes Kapitel der Geschichte wieder ins Bewusstsein.

Christof Gasser: Wenn die Schatten sterben. Emons Verlag, Köln, 352 Seiten, Euro 15,00, ISBN 978-3-7408-1208-9

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