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TV-Tipp

Gefahren im Wüstensand: «Barfuß durch Australien»

Berlin (dpa)

TV-Zuschauer kennen Anneke Kim Sarnau vor allem aus dem Rostocker «Polizeiruf 110». Jetzt ist sie als Mutter zu sehen, die aus Liebe zur Tochter große Risiken in Kauf nimmt.

Von Klaus Braeuer, dpa

Svenja (Anneke Kim Sarnau), Kalti (Aaron Pedersen) und sein Sohn Jack (Tjiirdm McGuire, M) im australischen Outback. Foto: Sam Oster/ARD Degeto/dpa

Sie sind ganz schön in der Welt herumgekommen. Svenja (Anneke Kim Sarnau) und ihre Tochter Kira (Amira Demirkiran) waren schon in vielen Ländern. Gelebt haben sie allerdings immer in Hotels. Denn die Mutter ist Hotelmanagerin. Jetzt leben sie in Australien. Svenja versucht dort, ein heruntergekommenes Hotel wieder vorzeigbar zu machen.

Teenager Kira ist frech zur Mutter und legt sich mit den Lehrern an, weshalb sie fast von der Schule fliegt. Eines Tages ist sie weg, zusammen mit Jack (Tjiirdm McGuire), dem indigenen Sohn des Touristenführers Kalti (Aaron Pedersen). Die Tragikomödie «Barfuß durch Australien» läuft an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr im Ersten.

Die zwei Jugendlichen wollen auf einem «Walkabout», einer Art Traumpfad, ihren einen eigenen besonderen Ort finden, an dem sie sich heimisch fühlen können. Heimelig wird der Trip allerdings nicht, denn allerlei Gefahren lauern im Wüstensand und unter schroffen Felsen: Große Schlangen und giftige Spinnen, streunende Wildhunde - und natürlich die sengende Hitze. Es kommt so, wie es wohl kommen muss: Jack wird von einer Schlange gebissen, deren Gift erstaunlich schnell lähmt. Zum Glück werden die zwei schon von Svenja und Kalti gesucht.

Anneke Kim Sarnau (50, «Mutter, Kutter, Kind», «Neuland») spielt hier eine von Sorgen gebeutelte und alleinerziehende Mutter, die sich nicht verbiegen läßt. Ihr Zuhause ist stets ihre Tochter - wo auch immer. So klar das für sie ist, umso weniger ist es das für Kira, die sich nicht länger herumschubsen lassen will - und natürlich ihren Stolz hat. Amira Demirkiran (21, «Schule am Meer», «Das Versprechen») spielt überzeugend die widerspenstige Tochter, der niemand etwas recht machen kann - die eigene Mutter schon mal gar nicht.

Für die Regie des Films wird der Name Alan Smithee genannt - was als Pseudonym verwendet wird, wenn der eigentliche Regisseur seinen Namen nicht mit dem Werk in Verbindung gebracht sehen möchte. Gedreht wurde schon vor fast drei Jahren, im Februar 2020 in Adelaide und im australischen Outback, bei Nilpena. Beides ist schon verwunderlich, denn üblicherweise bleiben fertige Filme nicht so lange liegen.

In Australien ergeben sich natürlich stets wunderschöne Bilder von ebensolchen Naturlandschaften, die hier umrahmt werden von einer erstaunlich harmlosen Musik. Die ganze Geschichte ist uninspiriert erzählt und ziemlich vorhersehbar - teils furchtbar kitschig geraten, teils aber auch recht dramatisch. Die Handlung könnte ebenso in Rheda-Wiedenbrück spielen, aber da ist die Landschaft natürlich nicht ganz so aufregend. Barfuß laufen ginge da aber schon auch.

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