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Chronologie

Highlights des Kulturjahres 2022

Berlin (dpa)

Andy Warhols Porträt von Marilyn Monroe wird für 185 Millionen Euro versteigert. Und die ersten Benin-Bronzen werden an Nigeria zurückgegeben. Das ist 2022 in der Kultur passiert.

Von dpa

Wim Wenders ist mit dem Kulturpreis Praemium Imperiale ausgezeichnet worden. Foto: Henning Kaiser/dpa

Vom documenta-Eklat bis zum Pritzker-Preis, von der «Letzten Generation» bis zu schwedischen Avataren - Empörung, Proteste, Auszeichnungen und Freude im Kulturjahr 2022.

27.01. Die Akademie der Künste in Berlin zeichnet den Autor, Kritiker und Feuilletonredakteur Lothar Müller mit dem Heinrich-Mann-Preis für Essayistik aus. Die Jury hebt unter anderem sein differenziertes historisches Bewusstsein hervor.

28.01. Die Verlegerin Antje Kunstmann wird mit dem Kurt-Wolff-Preis 2022 geehrt. Ihr Verlag sei «Spiegel und Akteur in der Gesellschaftsgeschichte der Bundesrepublik», teilt die Jury mit.

01.02. Der britische Filmemacher Isaac Julien erhält den Kaiserring der Stadt Goslar, einen der renommiertesten Preise für moderne Kunst. Julien widme sich besonders wichtigen Themen wie Rassismus oder Migration, urteilt die Jury.

08.02. Sängerin Adele ist die Gewinnerin der Brit Awards 2022. Bei der Preisverleihung in London wird die damals 33-Jährige als Künstlerin des Jahres ausgezeichnet. Außerdem bekommt sie die begehrten Preise für das Album und die Single des Jahres.

16.02. Mit ihrem Drama «Alcarràs» gewinnt die spanische Regisseurin Carla Simón den Goldenen Bären der Berlinale. Ein silberner Bär geht an die Kölner Schauspielerin Meltem Kaptan für ihre Hauptrolle in «Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush».

13.03. Das Science-Fiction-Epos «Dune» von Regisseur Denis Villeneuve räumt bei der Verleihung der Britischen Filmpreise (Baftas) fünf Trophäen ab. Als bester Film ausgezeichnet wird das Western-Drama «The Power Of The Dog» von Jane Campion, die zudem den Bafta für die beste Regie erhält.

15.03. Der in Burkina Faso geborene und in Berlin lebende Architekt Francis Kéré wird mit dem Pritzker-Preis geehrt, der renommiertesten Auszeichnung für Architektur. Frühere Preisträger waren etwa Zaha Hadid und Norman Foster.

03.04. Schauspielerin Alexandra Maria Lara und Regisseur Florian Gallenberger leiten künftig die Deutsche Filmakademie. Sie lösen den bisherigen Präsidenten ab, den Schauspieler Ulrich Matthes. Die Akademie vergibt den Deutschen Filmpreis.

03.04. Jon Batiste, Olivia Rodrigo und das Duo Silk Sonic dominieren bei den Grammys in den Hauptkategorien. Batiste gewinnt in Las Vegas fünf Grammys, darunter das «Album des Jahres». Rodrigo holt drei Grammys, Silk Sonic zwei.

21.04. Die Uni Tübingen ehrt die Historikerin und Judaistin Maren R. Niehoff mit dem Leopold-Lucas-Preis. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den von den Nazis getöteten jüdischen Gelehrten Leopold Lucas.

26.04. Der Schweizer Komponist Heinz Holliger wird mit dem Robert Schumann-Preis ausgezeichnet. Er erhalte die mit 15.000 Euro dotierte Ehrung für sein künstlerisches Lebenswerk, teilt die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz mit.

09.05. Ein vom US-Künstler Andy Warhol (1928-1987) geschaffenes Porträt der Schauspielerin Marilyn Monroe (1926-1962) kommt in New York für umgerechnet rund 185 Millionen Euro unter den Hammer. Damit ist es das teuerste je versteigerte Kunstwerk aus dem 20. Jahrhundert. «Shot Sage Blue Marilyn» entstand 1964.

18.05. Für seine Arbeit über gesellschaftliche Missstände und starke Außenseiter erhält der türkische Schriftsteller Hakan Günday den mit 20.000 Euro dotierten Hermann-Hesse-Preis, zusammen mit seiner Übersetzerin Sabine Adatepe.

26.05. Weltpremiere der neuen Konzertshow «Abba Voyage» in London: Vier Jahrzehnte nach dem letzten Abba-Auftritt stehen die vier Mitglieder der legendären schwedischen Popgruppe als voll animierte, digital verjüngte «Abba-tare» auf der Bühne.

28.05. Mit seiner Satire «Triangle of Sadness» gewinnt der schwedische Regisseur Ruben Östlund bei den Filmfestspielen in Cannes zum zweiten Mal die Goldene Palme. Östlund nahm sie bereits 2017 für «The Square» entgegen.

10.06. Die Hansestadt Lübeck und die Bayerische Akademie der Schönen Künste verleihen ihren gemeinsam vergebenen Thomas-Mann-Preis an den US-Schriftsteller Jonathan Franzen («Die Korrekturen»). Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert.

21.06. Auf der Weltkunstausstellung documenta sorgt das Werk eines indonesischen Künstlerkollektivs für einen Eklat. Das wegen antisemitischer Bildersprache heftig kritisierte Banner «People's Justice» wird abgehängt. Mitte Juli tritt die Generaldirektorin der Schau, Sabine Schormann, zurück.

24.06. Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin glänzt das Porträt «Lieber Thomas» mit neun Preisen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Regisseur Andreas Kleinert erzählt vom Leben des Schriftstellers Thomas Brasch.

26.06. Mit einem Text über Einsamkeit und werdende Mutterschaft gewinnt die aus Slowenien stammende Autorin Ana Marwan in Klagenfurt (Österreich) den Ingeborg-Bachmann-Preis. Marwan erhält die mit 25 000 Euro dotierte Ehrung für ihre Erzählung «Wechselkröte».

27.06. Der ukrainische Schriftsteller, Übersetzer und Musiker Serhij Zhadan nimmt den mit 25.000 Euro dotierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Zhadan gehört zu den wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur.

30.06. Die US-amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout erhält den mit 50.000 Euro dotierten Siegfried Lenz Preis. Er zeichnet internationale Autoren und Autorinnen aus, deren Werk dem Geist von Siegfried Lenz nah ist. Lenz (1926-2014) zählt zu den wichtigsten deutschen Schriftstellern der Nachkriegszeit.

01.07. Deutschland will rund 1100 in der Kolonialzeit geraubte Kunstobjekte an Nigeria zurückgeben. In Berlin unterzeichnen beide Länder eine «Gemeinsame Erklärung zur Rückgabe der Benin-Bronzen», die in etwa 20 deutschen Museen zu finden sind. Am 20. Dezember bringt Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) die ersten 20 Bronzen in das afrikanische Land zurück.

09.08. Die türkisch-deutsche Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar erhält den Georg-Büchner-Preis 2022, die wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Die Literatur verdanke der Autorin «einen hochpoetischen Sound», teilt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit.

28.08. Taylor Swift gewinnt bei den MTV Video Music Awards in Newark (US-Bundesstaat New Jersey) die begehrte Trophäe für das Video des Jahres. Die Sängerin holt mit ihrem Song «All Too Well» auch Preise in den Sparten «Beste Regie» und für das beste Langspiel-Musikvideo. Mitte November glänzt sie bei den MTV Europe Music Awards in Düsseldorf mit vier Preisen und bei den American Music Awards in Los Angeles mit sechs Trophäen.

10.09. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Filmfests Venedig erhält ein Dokumentarfilm den Goldenen Löwen. Die Auszeichnung bekommt die US-Amerikanerin Laura Poitras für ihr Werk «All the Beauty and the Bloodshed» über die Fotografin Nan Goldin.

15.09. Regisseur Wim Wenders wird mit dem Kulturpreis Praemium Imperiale ausgezeichnet. Zu weiteren Preisträgern gehören unter anderen der chinesische Künstler Ai Weiwei sowie der polnische Pianist Krystian Zimerman. Den mit jeweils umgerechnet rund 110 000 Euro dotierten Preis verleiht die Japan Art Association.

16.09. Das Berliner Humboldt Forum ist von nun an in allen Ausstellungsbereichen zugänglich. Das 680 Millionen Euro teure Projekt hinter der rekonstruierten Schlossfassade zeigt Exponate aus Asien, Afrika, Amerika, Ozeanien und Berlin.

06.10. Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux wird mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Sie erhalte ihn «für den Mut und die klinische Schärfe, mit der sie die Wurzeln, Entfremdungen und kollektiven Beschränkungen der persönlichen Erinnerung aufdeckt», teilt die Schwedische Akademie mit.

17.10. Kim de l'Horizon erhält den Deutschen Buchpreis für den Roman «Blutbuch». Der mit 25.000 Euro dotierte Preis geht an den besten deutschsprachigen Roman des Jahres. Kim de l'Horizon sieht sich weder als Mann noch als Frau.

23.10. Im Potsdamer Museum Barberini schütten Aktivisten der Klimaschutz-Protestgruppe «Letzte Generation» Kartoffelbrei auf ein Gemälde des französischen Impressionisten Claude Monet. Das Bild von 1890 ist verglast und trägt keine Schäden davon. Ähnliche Aktionen gibt es in London, Den Haag oder Dresden.

03.11. Der französische Literaturpreis Prix Goncourt geht an die in Algerien geborene französische Schriftstellerin Brigitte Giraud. Auf Deutsch sind von ihr unter anderem «Im Schatten der Wellen» und «Das Leben der Wörter» übersetzt.

10.11. Die Kunstsammlung des verstorbenen Microsoft-Mitgründers Paul Allen verschafft dem Auktionshaus Christie’s einen Rekord. Die rund 150 Werke werden in New York für insgesamt etwa 1,6 Milliarden Dollar versteigert. Darunter sind etwa Georges Seurats «Die Modelle» und Gustav Klimts «Birkenwald».

01.12. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat den Nachlass des Dichters Rainer Maria Rilke (1875-1926) aus Privatbesitz erworben. Rilke zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren der literarischen Moderne.

01.12. Max Beckmanns «Selbstbildnis gelb-rosa» von 1943 wird in Berlin für einen Rekordpreis von 20 Millionen Euro versteigert. Es ist das bisher höchste Ergebnis für ein Kunstwerk bei einer Auktion in Deutschland.

07.12. Die Bildhauerin Veronica Ryan erhält den Turner Prize für ihre Arbeiten über die sogenannte Windrush-Generation, Einwanderer aus früheren britischen Kolonien in der Karibik. Es ist die bedeutendste britische Auszeichnung für moderne Kunst.

10.12. Beim Europäischen Filmpreis wird die Satire «Triangle of Sadness» über eine Luxuskreuzfahrt zum besten europäischen Film des Jahres gekürt. Regisseur Ruben Östlund wird zudem für die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet.

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