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Hypothesen

Jesus als Flüchtling? - «Kein Tod auf Golgatha»

War alles ganz anders? Der Historiker Johannes Fried zieht neueste medizinische Erkenntnisse bei seinen Überlegungungen zur Auferstehung Jesu heran.

dpa

München (dpa) - Sein Buch ist eine Provokation. Das ist dem renommierten Historiker Johannes Fried durchaus bewusst. «Endlosen Widerspruch und Feindschaften» erwartet er, schreibt er im Vorwort von «Kein Tod auf Golgatha».

In dem Buch stellt er die Hypothese auf, dass Jesus das Martyrium am Kreuz überlebt haben könnte, um an einem anderen Ort irgendwo im Nahen Osten als Flüchtling oder Emigrant weiter zu wirken. Die «Auferstehung» wäre also in einem sehr realen, menschlichen Sinne zu verstehen.

Basis von Frieds Überlegungen sind neueste medizinische Erkenntnisse, nach denen Jesus am Kreuz in eine todesähnliche Kohlendioxidnarkose gefallen sein könnte. Der aus der Bibel bekannte berühmte Lanzenstich des römischen Soldaten, der wie eine gezielte Punktion wirkte, habe Jesus das Leben gerettet. Neben den kanonisierten Evangelien zieht der Historiker auch sogenannte «häretische» Schriften zur Stützung seiner Hypothese heran. Auch für Leser, die nicht in theologischen Dingen bewandert sind, ist diese Spurensuche ein ausgesprochen faszinierendes Unternehmen.

- Johannes Fried: Kein Tod auf Golgatha. Auf der Suche nach dem überlebenden Jesus, C.H. Beck Verlag, München, 189 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-406-73141-9.

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