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TV-Tipp

Neuer «Stiller»-Samstagskrimi mit Ulrich Noethen

Berlin (dpa)

Ein neuer Samstagabend-Krimi startet im ZDF: Der Kommissar wird von Ulrich Noethen gespielt und heißt Jakob Stiller. Gedreht wurde im bisher krimifreien Wendland. Taugt das was?

Von Klaus Braeuer, dpa

Kriminalhauptkommissar Jakob Stiller (Ulrich Noethen) ermittelt im Wendland. Foto: Maor Waisburd/ZDF/dpa

In «Neben der Spur» war der Schauspieler Ulrich Noethen in acht Folgen als Psychiater Dr. Johannes Jessen zu sehen. Diese Reihe ist gerade abgeschlossen, doch schon gibt es etwas Neues mit dem Titel «Wendland - Stiller und die Geister der Vergangenheit». Der Krimi läuft diesen Samstag (20.15 Uhr, ZDF) und dürfte wohl eine neue Reihe am Samstagabend werden.

Es beginnt in Hamburg: Hier hat sich Jakob Stiller (Ulrich Noethen), Ermittler beim LKA, auf eigenen Wunsch seit vier Jahren im Archiv der Asservatenkammer verkrochen und dort nebenbei seinen ersten Kriminalroman (Titel: «Schattentänzer») geschrieben. Er handelt von einem missglückten Einsatz, bei dem vor seinen Augen eine Frau zu Tode kam und niemand zur Verantwortung gezogen wurde.

Da sich einer seiner Vorgesetzten darin wiedererkennt, wird Stiller aus Sicht der Kollegen zum Anschwärzer. Seine Tochter Ayana (Sylvana Seddig), Kriminalrätin im LKA, setzt ihrem Vater als Chefin die Pistole auf die Brust: Er wird zum Hauptkommissar befördert und ins Wendland, in die (fiktive) Dienststelle Dahlow versetzt, wo er den fast pensionierten Kriminalhauptkommissar Jürgen Fauth (Dominic Raacke) ablösen soll.

Kaum ist Stiller angekommen, wird der Inhaber eines Bio-Hofes tot im Wald aufgefunden. Stiller eilt zum Tatort und lernt dort seine Kollegen kennen, Kriminaloberkommissarin Kira Engelmann (Paula Kalenberg) und Kriminalobermeister Oliver Klasen (Malte Thomsen).

Schnell entlarvt er den vermeintlichen Suizid als einen vertuschten Mord und klärt ein Geheimnis auf, das bis zu einem Banküberfall während der Zeit der Proteste gegen das Atommülllager Gorleben im Jahr 1980 zurückreicht. Ins Zentrum der Ermittlungen rückt eine Figur von damals, Andrea Loewe (Ruth Reinecke).

Hübsch altmodisch und fast gewaltfrei

Dem Autor und Regisseur Josef Rusnak (63, «Der Schneegänger», «Neben der Spur») ist ein ebenso spannender wie leichter Kriminalfilm gelungen, in dem sich alle Protagonisten auf Anhieb gut verstehen und höflich miteinander umgehen, auch sprachlich - das allein ist schon eine helle Freude angesichts vieler anderer düsterer Beispiele.

Hübsch altmodisch ist das Ganze obendrein, ruhig, bedächtig und fast gewaltfrei erzählt, wenn auch mit den inzwischen leider unvermeidlichen Rückblenden. Aber hier passen sie tatsächlich, und eine wohl geordnete Asservatenkammer spielt eine entscheidende Rolle.

Gedreht wurde im bislang krimifreien Wendland an der ehemaligen sogenannten Zonengrenze, genauer in Hitzacker, Dahlenburg und im schönen Herrenhaus Salderatzen, an Elbe und Jeetzel; das Polizeirevier liegt direkt neben Kirche und Bestattungsinstitut.

Über seine neue, sensibel gespielte Figur, die kein Blut sehen kann, lieber Fahrrad fährt und ein sehr freundlicher Mann ist, sagt der 62-jährige Ulrich Noethen («Unterleuten - Das zerrissene Dorf», «Charité») in einem ZDF-Statement: «Ich mag Jakob Stiller sehr, mit all seinen Makeln, seinen Geheimnissen und mit seiner Menschlichkeit. Selbst den Namen finde ich cool. Er ist mutig, kann Menschen leicht brüskieren, hat aber auch eine große Warmherzigkeit.» Das stimmt und ist überaus wohltuend, bis hin zum überraschenden Schluss: Die Geister der Vergangenheit scheinen sich endlich aufzulösen.

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