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Neues Album

Neues Anti-Flag-Album - Kapitalismuskritik im retro Sound

Berlin (dpa)

Die Punk-Band bleibt ihrem mit dem letzten Album selbst gesteckten Trend treu. Auch in ihrem neuen Album verkündet Anti-Flag ihre Message mit Wut und Nachdruck.

Von dpa

Pat Thetic (l-r), Christopher Head, Chris Barker und Justin Sane von der US-Punk-Band Anti-Flag. Foto: Josh Massie/Head of PR/dpa/dpa

Die Punkband Anti-Flag feiert ihr 30-jähriges Bestehen mit klassischem Punk-Sound und vielen Features auf ihrem neuen Album, das pünktlich zum Jahresauftakt am 6. Januar erscheint. In den elf Songs ihres ersten Konzeptalbums «Lies They Tell Our Children» nimmt die Band kein Blatt vor dem Mund - eine wütende Kapitalismuskritik mit Schwerpunkten, die im linken Duktus der Normalität versinken.

An den zuvor ausgekoppelten Singles wird klar, dass die Band den Trend beibehält, den sie mit ihrem 2020 erschienenen Album «20/20 Divison» eingeschlagen hat: Das Mischen von eingängigen Hooks, um ihre Message mit Nachdruck und viel Wut rüberzubringen. Dabei hat sich die Band große Themen auf die Agenda geschrieben: Der Opener «Sold everyhting» kritisiert mit der Line «Fuck the Pittsburgh Police, and the president, too» gleich eine Bandbreite an Themen, darauf folgt der Song «Modern Meta Medicine» mit scharfer Kritik am amerikanischen Gesundheitssystem. «Man wird immer wieder feststellen, dass all diese Themen auf eine einfache Idee zurückgehen - den Profit über den Menschen zu stellen», sagte Bassist Chris Barker zum Album.

Trotz eingängigem Oldschool-Sound, der an die 90er Jahre erinnert, zeigt sich das neue Album wandelbar. Von schnellen und harten Sounds bis hin zu Melodien, die mehr an Singer-Songwriter erinnern, ist einiges dabei. Dabei bleiben die Songs dynamisch und kraftvoll. Zwischen einfachen Songstrukturen finden sich hier und da sogar fast schon poppige Melodien wieder. Trotzdem schafft es die Band nicht, aus ihrer Komfortzone auszubrechen. Das zeigt sich auch am bunten Cover im Collage-Style und Bandfotos im Retro-Look.

Überraschend für die Punkband aus Pittsburgh ist die Anzahl an Features auf dem neuen Album. Gleich auf sieben der elf Songs werden sie von großen Namen des Genres wie Brian Baker (Bad Religion) und Tim Mcllrath (Rise against) im Song «The Fight for our Lives» begleitet. Künstlerin Ashrita Kumar (Pinkshift) bringt dann im Song «Imperialism» eine weibliche Perspektive auf das Album.

In «Victory or Death» konnte sich sogar Campino (Die Toten Hosen) verewigen. Der Song erinnert an eine Hymne mit typischen Elementen aus Punk- und Rock-Produktionen der letzten Jahre. Eine Art Third-Eye-Blind-Segeltrip zurück in die 90er. Dabei mangelt es aber nicht an Double-Base-Patterns und verrückten Hat-Figuren.

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