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O du Grantiger: Ein «Wilsberg» zum Fest

Münster (dpa)

Eine Schwangere taucht kurz vor Heiligabend bei Wilsberg auf. Sie bittet ihn, ihren vermissten Freund aufzuspüren. Während der Detektiv nach dem werdenden Vater sucht, geraten seine Freunde in die Klemme.

Von Carsten Linnhoff, dpa

Weihnachtsgruß von Georg (Leonard Lansink, r-l), Ekki (Oliver Korittke), Alex (Ina Paule Klink) und Overbeck (Roland Jankowsky. Foto: Bernd Spauke/ZDF/dpa

Keiner will mit dem grummeligen Einzelgänger Georg Wilsberg Weihnachten feiern. An Heiligabend hagelt es Absagen für das lang geplante gemeinsame Festtagsessen. Dem Buchhändler und Privatdetektiv verhagelt das mächtig die Stimmung. Der Einzelgänger ist beleidigt. Zumal er merkt, dass die Absagen wohl eher faule Ausreden sind. Nur bei seinem Freund Ekki (Oliver Korittke) scheint alles ganz real. Der will eigentlich zum Skifahren in den Süden. Aber der Zug fällt aus und jetzt ist nicht nur Wilsberg (Leonard Lansink) sauer, sondern auch seine Kumpels im Schnee. Die Bahn lässt grüßen.

Wilsberg-Fans ahnen spätestens an dieser Stelle: Dieser Fall - eine Wiederholung aus dem Jahr 2017 - (Samstag, 23.20 Uhr, Das Zweite) wird kein einsamer Kampf. Was mit vielen Absagen begann, entwickelt sich doch noch zu einer Teamleistung. Die verschiedenen Stränge mit Kommissarin Anna Springer (Rita Russek) beim Banküberfall, Rechtsanwältin Alexandra Holtkamp (Ina Paule Klink) bei einer Entführung und natürlich Roland Jankowsky als Springers Assisstent Overbeck werden von Drehbuchautor Stefan Rogall und Regisseur Dominic Müller munter durcheinandergewirbelt und am Ende miteinander verknüpft.

Soviel sei verraten: Die Episode «Alle Jahre wieder» ist mehr Komödie als Krimi. Es gibt keine Leiche und keinen künstlichen Thrill. Und zum Fest sollte es schon ein Festtagskrimi sein. Gelungen ist dies den Machern, weil in dem Ränkespiel um Liebe, verpassten Sex, Geld und Eitelkeiten die Nebenrollen auch exzellent besetzt sind.

Carolina Vera (Staatsanwältin im Stuttgart-«Tatort») spielt Richter-Gattin Franziska Rudolph, die eine Entführung vorgaukelt und dann überraschend über ganz viel Geld aus einem Banküberfall stolpert. Ihr Mann ist Richter-Gnadenlos in Münster und hat wohl in der Vergangenheit das Recht etwas zu streng ausgelegt. Der Österreicher Bernhard Schir («Vorstadtweiber») spielt diese Rolle so überzeugend und frauenfeindlich, dass sich einige ZDF-Zuschauer kurz wie bei den ARD-«Vorstadtweibern» vorkommen dürften. Am Ende muss alles gut ausgehen - es ist halt Heiligabend, auch bei Wilsbergs. Da darf selbst der trottelige Overbeck zur Bescherung kommen.

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