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Pianist Michael Ponti gestorben

Garmisch-Partenkirchen (dpa)

Aufgetreten ist der Pianist Michael Ponti schon lange nicht mehr. Nun ist er im Alter von 84 Jahren gestorben. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk, und seine Konzerte bleiben Freunden klassischer Musik in Erinnerung.

Von Ute Wessels, dpa

Der Pianist Michael Ponti ist tot. Foto: Charly Tandy/dpa

Der Konzertpianist Michael Ponti ist tot. Der international renommierte Musiker starb am Montag im Alter von 84 Jahren in Garmisch-Partenkirchen, wie sein Sohn Maximilian Ponti der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bestätigte.

Ponti war für seine Interpretation von Werken von Sergei Rachmaninow und Peter Tschaikowsky bekannt. Einen Namen machte er sich insbesondere auch mit zahlreichen Ersteinspielungen unbekannterer Komponisten. Ponti nahm mehr als 80 Schallplatten auf.

Geboren wurde Ponti als Sohn eines amerikanischen Ehepaares in Freiburg im Breisgau. Der Vater Presseoffizier bei der US-Armee, die Mutter war Deutschlehrerin. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Ponti in den USA. In Washington bekam er als Schüler zehn Jahre lang Klavierunterricht. 1955 kehrte die Familie nach Deutschland zurück, wo Ponti an der Frankfurter Musikhochschule sein Studium absolvierte.

Mit dem Gewinn des Busoni-Wettbewerbes 1964 in Bozen begann seine Karriere. Sie führte ihn auf die bekanntesten Bühnen der Welt, unter anderem nach London und New York. Er trat als Solist auf, gastierte mit großen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, begleitete unter anderem den Sänger Dietrich Fischer-Dieskau und spielte mehr als 20 Jahre lang in einem Trio mit dem Violonisten Robert Zimansky und dem Cellisten Jan Polasek.

Ponti sei dafür bekannt gewesen, spieltechnisch sehr anspruchsvolle Konzerte zu spielen und weniger bekannte Werke auszuwählen, sagte sein langjähriger Weggefährte Zimansky der dpa. Vor allem auch die Vielzahl der Ersteinspielungen Pontis sei außergewöhnlich.

Vor mehr als 20 Jahren erlitt der Pianist einen Schlaganfall, woraufhin er lediglich noch mit der linken Hand Klavier spielen konnte. Anfangs trat er noch mit einhändig gespielten Konzerten auf, zog sich dann aber von der Bühne zurück.

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