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TV-Tipp

Tod im Brautkleid: Der ZDF-Thriller «Alles auf Rot»

Hamburg (dpa)

Der Star-Regisseur Lars Becker bringt seine Geschichte über zwei Polizisten am Rande der schiefen Bahn nach vielen Jahren zu Ende. Dabei sinnt der Vater einer erschossenen Braut auf Rache...

Von Klaus Braeuer, dpa

Schukri (Kida Khodr Ramadan, r) will Kessel (Fritz Karl, l) bezahlen, damit er ihm den Mörder seiner Tochter bringt. Foto: Marion von Der Mehden/ZDF/dpa

Eine junge Frau wird bei der Anprobe ihres Brautkleides erschossen, ihr Verlobter stirbt bei dem Mord in einem Modegeschäft in Hamburg ebenfalls. Die Opfer liegen in ihrem Blut, nur die Verkäuferin ist telefonisch gewarnt worden und blieb unversehrt.

Der Vater der Braut sinnt auf Rache - da kommt ein ungewöhnliches Polizistenpaar ins Spiel. So beginnt der letzte Teil einer losen Krimireihe, der 2013 mit «Unter Feinden» begann. Folge vier trägt den Titel «Alles auf Rot» und läuft diesen Montag (20.15 Uhr) im ZDF.

Die junge Braut war die Tochter des Unterweltkönigs Walid Schukri (Kida Khodr Ramadan), der gerade in Haft sitzt. Genauso hinter Gittern gesperrt ist der ehemalige Polizist Erich Kessel (Fritz Karl). Schukri bietet Kessel kurz vor dessen Entlassung in die Freiheit 50.000 Euro, wenn er den Mörder seiner Tochter fasst.

Das Geld könnte der korrupte Beamte gut gebrauchen. Will er doch sein Haus abbezahlen und - nach dem Tod ihrer kleinen und kranken Tochter - mit seiner Frau Claire (Jessica Schwarz) endlich zur Ruhe kommen.

Doch aus der Ruhe kann nichts werden. Kessels Kumpel und Kollege Mario Diller (Nicholas Ofczarek) ist nämlich auf der Spur des mutmaßlichen Killers Goran Jankovic (Slavko Popadic). Dazu benötigt er die Hilfe von Kessel, der jetzt als Barmann arbeitet. Sein Chef Paul Epstein (Martin Brambach) und Staatsanwältin Soraya Nazari (Melika Foroutan) lassen ihn heimlich aushorchen und beobachten.

Regisseur Lars Becker (68, «Nachtschicht», «Der gute Bulle») hat auch das Drehbuch geschrieben und bringt seine bisherige Trilogie nach neun Jahren zu einem ebenso bitteren wie konsequenten Ende. Seine beiden verkorksten Hauptfiguren sind im Grunde zwei arme, abgebrühte Männer, die ihren ehrbaren Beruf verraten, ohne jedoch wirklich böse zu sein. Vielmehr verschieben sie ihre Grenzen immer weiter ins Verbrecherische hinein. Sie sind korrupte und zugleich charmante Lügner und Blender, die sich ihre eigene Wahrheit irgendwie zurechtbiegen. Das muss natürlich nahezu zwangsläufig schiefgehen.

Fritz Karl (54, «Sugarlove») spielt hier einen durchaus charmanten Mann, der schon fast tot war, irgendwie auf die schiefe Bahn geraten ist und dessen Frau ihn trotz einer Affäre noch immer liebt. Seinen Gegenpart gibt Nicholas Ofczarek (50, «Der Pass»), der seine Frau tatsächlich verloren hat, sich immer verzweifelter um einen Rest von Redlichkeit bemüht und eben doch von seinem Freund immer weiter in einen gefährlichen Strudel gezogen wird.

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