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Und es war doch Mord! Der ARD-Krimi «Alte Sünden»

Berlin (dpa)

Ein Mann liegt tot am Fluss, die Polizei kann kein Verbrechen erkennen. Also kommt eine Detektei ins Spiel - ein neuer Fall für «Die Füchsin».

Von Klaus Braeuer, dpa

Anne (Lina Wendel) steckt schnell das Handy von Stefan Vierhaus ein, auf dem sie wichtige Informationen vermutet. Foto: Martin Rottenkolber/WDR/ARD/dpa

Eine Leiche wird am Düsseldorfer Rheinufer gefunden. Angeblich ist der Mann ertrunken, doch seine Frau Corina (Liza Tzschirner) bezweifelt das. Die Vorstellung, dass ihr Thomas betrunken auf der Kaimauer balanciert und ins Wasser gefallen sei, findet sie absurd. Da Kommissar Ralf Eisner (Robert Dölle) kein Motiv für einen Mord sieht und keine offiziellen Ermittlungen aufzunehmen gedenkt, beauftragt Corina die beiden Detektive Anne M. Fuchs (Lina Wendel) und Youssef el Kilali (Karim Chérif). «Alte Sünden» ist der achte Film aus der Krimireihe «Die Füchsin» und läuft an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr im Ersten.

Bei den Ermittlungen gerät auch Youssefs Frau Simone Papst (Jasmin Schwiers) in den Fokus. Denn der Tote hat in der Immobilienfirma ihres Vaters (Günter Barton) gearbeitet. Sie findet ziemlich schnell heraus, dass Thomas dort einen harten Sparkurs eingeführt hat - und dass seine Assistentin einmal ein Verhältnis mit ihrem Vater hatte.

Regisseurin Katrin Schmidt (47, «Der Dänemark-Krimi») legt hier einen soliden Krimi vor, der zwar teilweise arg strapaziert wirkt, aber dafür viele überraschende Wendungen bereithält. So kann der Zuschauer richtig schön mitraten, wer denn hinter dem Mord stecken könnte. Denn natürlich war es doch ein Verbrechen. Hinzu kommt eine handfeste Überraschung, die die Familie von Simone betrifft und sie regelrecht auf den Kopf stellt. Ihrer Darstellerin Jasmin Schwiers macht es sichtlich Spaß, auch einmal schnüfflerisch unterwegs zu sein.

Lina Wendel (57, «Ella Schön») spielt wunderbar schlitzohrig eine Detektivin, bei der noch immer gelegentlich ihre Vergangenheit als ehemalige Spionin der Stasi durchschimmert. Sie kann sehr streng und bestimmt auftreten, aber auch erstaunlich feinfühlig. Und sie versteht es geradezu meisterhaft, sich ausgesprochen spröde den tumben Annäherungsversuchen von Kommissar Eisner zu erwehren - den sie im Grunde aber gar nicht so übel findet. Auch Karim Chérif (45, «Ein Sommer in der Bretagne») spielt glaubwürdig einen nicht minder ungewöhnlichen Privatdetektiv, der zudem allerlei Tricks kennt und handwerklich außerordentlich geschickt ist.

Weniger geschickt gerät die Auflösung des verzwickten Falles, die neben der privaten Verstrickung noch einen Rachefeldzug und sogar eine Entführung bereit hält. Aber sei es drum: Spannend und am Ende sogar ziemlich dramatisch ist der Krimi allemal. Der nächste Fall «Game over» ist am nächsten Donnerstag (2.2., 20.15 Uhr) zu sehen.

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