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 TV-Kritik

Wilsberg-Folge "Schmeckt nach Mord": Zu viele Umdrehungen

Münster

Der neue Fall führte Privatdetektiv Georg Wilsberg in die Untiefen der Fleischfabrikation und Labore, während Overbeck unter die Philosophen ging. Doch die Story geriet etwas kompliziert. Eine Kritik.

Wilsberg (Leonard Lansink) vermutet, dass Dr. Tessa Tilkers (Patricia Meeden) Mandant per Computerhack Daten aus einem Lebensmittellabor entwendet hat. Diesen Verdacht streitet Tessa jedoch vehement ab. Foto: Thomas Kost

Es ist kein gutes Zeichen, wenn man als Krimi-Fan am Ende einer Episode noch Zeit damit verbringen muss, über falsche Fährten und verworrene Mordmotive nachzusinnen. Von daher wies der jüngste Wilsberg-Fall, der den münsterschen Privatdetektiv in die Untiefen der Fleischfabrikation und Labore führte, ein paar Umdrehungen zu viel auf.

Zumal sich der „Mord“ am Ende überraschend als „Unfall“ herausstellte und nicht als Folge von gefälschten Gutachten, Erpressung oder Streit um Fleischersatzproduktion. Es war also die lesbische und vegan lebende Tochter des Fleischfabrikanten Heitbrink, die unter der Drohung der Enterbung den Vater bei einem Handgemenge mit dem Obstmesser ins Jenseits befördert hatte.

Ein paar Umdrehungen zu viel hatte diesmal auch Overbeck, der seine Chefin Springer vor Ehrgeiz und Schleimerei gegenüber dem lange verdächtigen Stadtrat Plöger warnte und dabei den US-Philosophen John Rawls und seine Gerechtigkeitstheorie zitierte.

Auch wenn Münster in einigen Szenen im Bilde war, so fehlte, wie zuletzt im „Wilsberg“ häufig, das klassische Lokalkolorit mit den üblichen münsterschen Clübchen, Landeiern und Dicktuern. Von diesen lokalen Zutaten dürfte Drehbuchautor Stefan Rogall, der die Stadt ja bestens kennt, künftig wieder mehr in seine Drehbücher hineinrühren.

                         

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