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TV-Tipp

Zwei Leichen und eine Sarg-Vermietung bei «Friesland»

Leer (dpa)

In «Friesland» geht es drunter und drüber: Am Strand liegt ein Toter und eine zweite Leiche ist im falschen Sarg. Der Bestatter liebäugelt mit einem pfiffigen Geschäftsmodell, ein Schrotthändler gibt Rätsel auf. Die ZDF-Polizisten haben es mit einem kniffeligen Fall zu tun.

Von Ute Wessels, dpa

Wird dieser am Strand gefundene Schuh Henk Cassens (Maxim Mehmet) bei den Mordermittlungen weiterhelfen? Foto: Willi Weber/ZDF/dpa

Die ZDF-Reihe «Friesland» lebt davon, mehr Komödie als Krimi zu sein. Zwar hat es die Polizei immer mit Mord oder Totschlag zu tun, jedoch sind die Geschichten stets ein wenig absurd bis haarsträubend und die Charaktere liebevoll überzeichnet. Die Dialoge fallen allerdings bisweilen sehr platt und hölzern aus. Das zeigt sich auch in der 16. Folge mit dem Untertitel «Fundsachen» - zu sehen am Samstag um 20.15 Uhr.

Streifenpolizistin Süher Özlügül (Sophie Dal) stolpert fast selbst über eine Leiche. Genauer gesagt entdeckt ihr Bruder Yunus (Yunus Cumartpay) den Toten, als die Geschwister am Strand spazieren gehen. Der etwas naive, liebenswerte Yunus steckt jobmäßig mal wieder in der Klemme und sucht bei seiner Schwester Rat. Nach dem Leichenfund ruft für Süher erstmal die Arbeit. An ihre Seite: Kollege Henk Cassens (Maxim Mehmet).

Ihr Vorgesetzter, Kriminalhauptkommissar Jan Brockhorst (Felix Vörtler) geht ihnen gehörig auf die Nerven. Wie immer behandelt er die Polizisten herablassend und gibt großspurig den Chef. Zugleich schleimt er sich bei der Polizeipräsidentin ein, weil er unbedingt nach Wilhelmshaven zurückversetzt werden will.

Während Süher und Henk einen verdächtigen Schrotthändler ins Visier nehmen, versucht Yunus den Bestatter Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus) von seiner kuriosen Geschäftsidee zu überzeugen. «Das ist unser Ticket in die Höhle der Möwen», sagt er. Und der Bestatter antwortet: «Oder der Freifahrtschein in die Küche des Teufels.» Ähnlich sperrige Dialoge reihen sich aneinander und verlangen dem Zuschauer reichlich guten Willen ab, dranzubleiben.

Als Süher vergeblich auf eine Beförderung wartet und Brockhorst empört fragt, weshalb sie mehr Verantwortung übernehmen solle, ohne mehr Geld zu bekommen, kontert der Chef schnippisch: «Weil auch Sie davon träumen, dass ihr kleines Blaulicht heller strahlt.»

Die Suche nach dem Mörder wird von Apothekerin Insa Scherzinger (Theresa Underberg) gestört. Sie will Brockhorst Fortgang verhindern. Dabei greift sie zu einer drastischen Maßnahme.

Fazit: Auch die neueste «Friesland»-Folge bietet reichlich Krimiklamauk, der sein Publikum findet. Die Einschaltquote hat sich bei satten sieben Millionen Zuschauern eingependelt.

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