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Pandemie

Olympia-Stadt Tokio erneut im Corona-Notstand

Tokio (dpa)

Keine Ausgangssperre, dafür eingeschränkte Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten sowie die Bitte, zu Hause zu bleiben - Tokio fährt seinen Alltag herunter, begleitet von Klagen über fehlenden Impfstoff.

Von dpa

Eine Person geht bei starkem Regen über einen Fußgängerüberweg im japanischen Tokio. Foto: Eugene Hoshiko/AP/dpa

Begleitet von Klagen über Impfstoffmangel ist in Tokio für die Dauer der Olympischen Spiele erneut der Corona-Notstand in Kraft getreten. Restaurants dürfen seit Montag keinen Alkohol mehr ausschenken und müssen ebenso wie große Kaufhäuser bereits um 20.00 Uhr schließen.

Sport- und Kulturveranstaltungen sind maximal 5000 Zuschauer erlaubt, sofern die Hälfte der Platzkapazitäten nicht überschritten wird. Die Bürger sind aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Am Vorabend des inzwischen vierten Notstands in Tokio, der vorerst bis 22. August gilt, beklagten Japans Gouverneure Chaos beim Impfprozess im Land angesichts eines Mangels an Impfdosen.

Sie warfen der Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga vor, in dem äußerst spät angelaufenen Impfprozess für Verwirrung zu sorgen. Der Staat hatte Druck auf die Lokalregierungen ausgeübt, die Impfungen zu beschleunigen mit dem Ziel, jedem Bürger bis Oktober oder November ein Impfangebot zu machen.

Doch nun hapert es plötzlich an genügend Impfdosen, weswegen immer mehr Orte keine weiteren Impftermine mehr annehmen beziehungsweise wieder stornieren müssen. Viele Menschen in Japan werfen der Regierung von Ministerpräsident Suga mangelhaftes Krisenmanagement im Umgang mit der Pandemie vor.

Kritiker beklagen, dass ein Großteil der japanischen Bevölkerung zu Beginn der Olympischen Spiele am 23. Juli nicht geimpft sein werde. Aus Sorge vor einer Ausbreitung des Virus haben Japans Olympia-Macher Zuschauer von nahezu allen Wettkämpfen ausgeschlossen. Viele Japaner befürchten dennoch, dass die Spiele zu einem Superspreader-Event werden könnten. Die Verantwortlichen und das Internationale Olympische Komitee behaupten jedoch immer wieder, alles sei «sicher».

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