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Kommentar

Die Fehler der Corona-Politik: Viel Zeit verplempert

Der Sachverständigenrat zur Beurteilung der Corona-Maßnahmen beklagt unter anderem die Datenlage. Diese ist auch im dritten Jahr der Pandemie immer noch unzureichend. Viel Zeit wurde verplempert. Ein Kommentar.

Von Stefan Biestmann

Helga Rübsamen-Schaeff, stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenausschuss zur Evaluation des Infektionsschutzgesetzes, übergibt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) den Evaluationsbericht. Foto: Fabian Sommer

Wer erwartet hat, dass der Sachverständigenrat den Stein der Weisen präsentiert, wurde enttäuscht. Doch immerhin benennt das Gremium, das die Corona-Maßnahmen beurteilt hat, einige Kardinalfehler der Politik. So ist es im dritten Pandemie-Jahr nicht nachzuvollziehen, warum die Datenlage nach wie vor unzureichend ist.

Das Melde-Chaos bei den Neuinfektionen zu Jahresbeginn war nur ein Beispiel dafür. Seitdem wurde viel wertvolle Zeit verplempert. Dass die Bundesregierung künftig auch freie und belegte Betten auf Normalstationen der Kliniken zentral melden will, kann nur ein Anfang sein. Auch bei der oft missglückten Krisen-Kommunikation legt der Rat zu Recht den Finger in die Wunde. Denn der Erfolg der Corona-Maßnahmen hängt auch davon ab, wie überzeugend und transparent sie vermittelt werden.

Ein klares Statement setzt das Gremium damit, die Wirkung von richtig getragenen Masken in Innenräumen noch einmal herauszuheben. Ein Wirkungstreffer ist zudem die Feststellung, wie wichtig tagesaktuelle Tests sein können – angesichts der Abschaffung kostenloser Corona-Tests. Die Ampel-Koalition sollte jetzt mit Blick auf den Herbst und dem Auslaufen des Infektionsschutzgesetzes schleunigst ihre Hausaufgaben machen. Die Zeit drängt schon jetzt. Sonst droht die nächste böse Überraschung.

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