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Kommentar

Kirchenmitglieder in der Minderheit: An die Ränder gehen

Weniger als die Hälfte der Deutschen sind noch Kirchenmitglieder. Damit schwindet auch das Wissen um christliche Glaubensinhalte und Feste. Was können die Kirchen gegen die innere Auszehrung tun? Dazu ein Kommentar.

Von Johannes Loy

Menschen suchen nach Trost, Sinn und Orientierung, aber immer weniger bei der Kirche. Foto: Klaus Meyer

Zunächst einmal reden wir hier „nur“ über eine Zahl. Theologen und Soziologen stellen fest, dass Christen mit Kirchenmitgliedschaft von nun an nur noch eine Minderheit in Deutschland bilden. Sind die anderen Menschen deshalb keine Christen mehr? Oder generell areligiös? Nein.

Die Kirchen leiden spürbar an Auszehrung, weil sie in Teilen versagt, Vertrauen verspielt und Reformen verschlafen haben. Doch schon der unvergessene Theologe Johann Baptist Metz mahnte einst, nicht allein von ­Kirchenkrise, sondern von „Gotteskrise“ zu reden. Weil Glaubensaussagen über einen liebenden Gott, über Sinn, Glück, Leid, Barmherzigkeit, Tod und Auferstehung ­vielen Zeitgenossen nicht mehr plausibel sind. So zerbröseln Festrituale zum bloßen Getue. Weihnachten wird zur Mittwinter-Gaudi und Ostern zum Hasenfest.

Blick nach vorne

Weiterhin gilt: Menschen suchen Trost, Sinn und Orientierung in Krise, Pandemie und Kriegsgefahr.

Die frühere Ministerin Annette Schavan zeigte kürzlich bei einem Vortrag einen Zukunftsweg der Kirchen auf: ­Vertrauen schaffen, nach vorne schauen, kleine Ein­heiten bilden, an die Ränder gehen, barmherzig sein. Eine gute Marschroute!

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