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Urlaub in Zeiten von Corona: Vorsichtig entspannen

Bundesregierung und Behörden ziehen erste Konsequenzen aus der schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in Deutschland. Unter anderem an Autobahnen sollen Einreisende stichprobenartig kontrolliert werden, die Grenzen aber sollen offen bleiben. Urlaub ist schön, aber Vorsicht ist angesagt, meint unser Kommentator.

Von Martin Ellerich

Bundespolizisten kontrollieren am Grenzübergang Kiefersfelden Reisende bei der Einreise von Österreich nach Deutschland. Foto: Foto: dpa

Urlaubsreif – so dürften sich nach dem Corona-Jahr viele fühlen. Aber Sommer, Sonne, Sorglosigkeit – das gilt nicht. Ja, in ­diesen Ferien darf man richtig ausspannen, darf abschalten – nur eines nicht: die Vernunft. Vorsicht bleibt angesagt, Rücksicht auf andere, insbesondere auf Ungeimpfte. Wer diese Einsicht nicht hat, wer (Quarantäne-)Regeln nicht einhält, muss damit rechnen, bei den angekündigten Stichproben-Kontrollen aufzufliegen. Das ist richtig, das ist wichtig.

Denn die Sorge der Virologen ist berechtigt, dass die Urlauber nicht nur Souvenirs mit heimbringen, die Fußballfans aus den EM-Stadien nicht nur die Erinnerung an tolle Spiele, sondern auch „Delta“. Auf den sorglosen Sommer folgte dann ein Herbst des Jammers.

Um das zu vermeiden, braucht es keine flächen­deckenden Grenzkontrollen, erst recht nicht geschlossene Schlagbäume, die im geeinten Europa eine Peinlichkeit sind. Es braucht „nur“ Vernunft, Rücksicht, Befolgung der Regeln – wozu die Drohung mit der Stichprobe anhält. Also: Strand und Büfett mit Abstand genießen. Lieber einmal mehr testen lassen als einmal zu wenig. Lieber ein Fest weniger feiern, als im Herbst keinen Grund zum Feiern zu haben. Trotzdem: Schöne Ferien!

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