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E-Mobilität

Energiewirtschaft fordert Kurswechsel beim Ladenetz-Ausbau

Berlin (dpa)

Die Ampelkoalition hat sich vorgenommen, 15 Millionen E-Autos bis 2030 auf die Straße zu bringen. Damit das erreicht werden kann, gibt es nach Auffassung der Energiewirtschaft beim Ausbau der Lade-Infrastruktur dringenden Handlungsbedarf.

Von dpa

Ein Elektroauto lädt an einer Ladestation. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Energiewirtschaft hat die Bundesregierung aufgefordert, ihre Strategie bei der Förderung der Elektromobilität in wichtigen Punkten zu ändern.

So müsse der Bund mehr Flächen zur Verfügung stellen, die für Ladestationen genutzt werden könnten, forderte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae, am Dienstag. Obwohl der Bund über 19.000 Liegenschaften verfüge, habe er keinen einzigen Standort bei dem Flächen-Tool für den Ladenetz-Ausbau hinterlegt.

Der Verband setzte sich dafür ein, die Förderung des Ausbaus zu vereinfachen. «Wir brauchen schnellere Genehmigungsverfahren für die Ladesäulen als auch für die Stromnetze», sagte Andreae. Gleichzeitig warnte sie davor, den Ausbau mit zusätzlichen Anforderungen komplizierter zu gestalten. «Ständige Nachrüstungen für Eichrecht, Kartenterminals und Smartmeter-Gateways sind Hemmnisse beim Ausbau der Ladeinfrastruktur.»

Kritisch bewertete der Verband das geplante flächendeckende Netz von Schnellladesäulen, das im August 2021 von damaligen Verkehrsminister Andreas Scheuer angekündigt wurde. Der BDEW schloss sich der Auffassung des Bundeskartellamtes an, das sich an der geplanten Festlegung von Preisobergrenzen für die Ladetarife stört. Die Preispolitik könne existierende oder geplante Angebote verdrängen und einem schnellen Ausbau entgegenstehen.

Kehrtwende in Besteuerung gefordert

Auf der Pressekonferenz forderten der BDEW und die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) eine Kehrtwende bei der Auto-Besteuerung. Die Dienstwagenbesteuerung sei ein unterschätzter Hebel zur Elektrifizierung, sagte Stef Cornelis, Direktor T&E Deutschland. Die Ampelkoalition müsse die Abgaben für Autos mit Verbrennermotor erhöhen und Kaufprämien für Plug-in-Hybride beenden, die auch mit fossilem Kraftstoff gefahren werden können. «Plug-in-Hybride vergrößern das Problem, weil sie kaum mit Strom gefahren werden und wegen des hohen Gewichtes noch mehr Sprit verbrauchen als normale Verbrenner.»

BDEW-Chefin Andreae zog trotz der Klagen über schlechte Rahmenbedingungen eine positive Bilanz beim Ausbau des Ladenetzes. Anfang 2021 habe es 41.600 öffentliche Ladepunkte gegeben, aktuell liege sie bei 62 000. Die Zahl der besonders effizienten Schnellladesäulen sei noch stärker gewachsen: von 5752 im Januar 2021 auf 9395. Dazu komme, dass Ladesäulen von heute viel effizienter seien als vor 5 Jahren.

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