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Flugverkehr

Hardware-Panne legt Schweizer Luftraum lahm

Genf (dpa)

Am frühen Morgen geht im Schweizer Luftraum nichts mehr: Die Flugüberwachung untersagt nach einer Panne alle Starts, Landungen, und Überflüge. Der schlimmste Verdacht erhärtet sich aber nicht.

Von dpa

Eine Anzeigetafel auf dem Flughafen in Zürich. Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Nach einer beispiellosen Panne bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide ist der gesamte Flugraum über der Schweiz am Mittwochmorgen über mehrere Stunden gesperrt gewesen.

Tausende Passagiere waren betroffen - entweder, weil ankommende Flüge in Nachbarländer umgeleitet wurden, oder weil sie an den Flughäfen Genf und Zürich zunächst vergeblich auf ihren Abflug warteten. Gegen 08.30 Uhr war die Panne am Mittwoch behoben. Skyguide räumte den Verdacht eines Cyberangriffs schnell vom Tisch. Grund war ein Hardware-Defekt, wie das Unternehmen in Genf mitteilte.

Auch Überflüge über die Schweiz waren verboten. Auf Radarkarten waren hunderte Flugzeuge in Europa zu sehen, aber ein großes schwarzes Loch über der Schweiz. Eine so lange Störung ist höchst ungewöhnlich. Die letzte große Panne passierte 2013 durch einen falschen Feueralarm. Die Fluglotsen mussten die Kontrollräume verlassen und während 20 Minuten konnten keine Maschinen starten oder landen.

«Betroffen war eine Komponente aus dem Netzwerk», sagte Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa «Blick-TV». Das Netzwerk sei an sich «redundant» ausgelegt - also Teile sind mehrfach vorhanden - aber bei dieser einen Komponente sei das nicht der Fall gewesen. «Das ist wie bei einem Auto, wenn die Zündung oder die Batterie defekt ist, das muss ausgetauscht werden, bevor man weiterfahren kann», sagte er. Der Luftraum habe geschlossen werden müssen, weil die Fluglotsen die Maschinen auf dem Radar nicht mehr hätten sehen können.

«Skyguide bedauert diesen Vorfall und seine Folgen für ihre Kunden und Partner sowie die Passagiere an den beiden Landesflughäfen», teilte das Unternehmen mit.

Zahlreiche Maschinen wurden umgeleitet

Betroffen war unter anderem die Lufthansa-Tochter Swiss. Zahlreiche Flüge nach Genf und Zürich mussten umgeleitet werden. Eine Maschine aus Shanghai landete in Wien statt in Zürich, eine aus Dubai und Johannesburg wurde nach Mailand umgeleitet, eine aus Montreal und Chicago nach Basel, wie ein Sprecher sagte. Zwar wurden die meisten Passagiere nach Behebung der Panne möglichst schnell an ihre Ursprungsziele geflogen - , auch, weil die Maschinen für weitere Flüge eingeplant waren. 70 Flüge musste die Swiss aber streichen, betroffen waren den Angaben zufolge insgesamt gut 7000 Passagiere.

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