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Kommentar

Rubelzahlung für russisches Gas: Putins Spiegelfechterei

Der russische Staatspräsident Putin handelt immer weniger berechenbar. Das gilt im Ukraine-Krieg – aber auch in ökonomischen Fragen. In der Rubel-Frage wird das besonders deutlich.

Von Jürgen Stilling

Noch fließt russisches Gas in ausreichender Menge nach Deutschland. Foto: dpa

Wladimir Putin scheint die Führer der westlichen Welt für äußerst naiv zu halten. Wenn der russische Präsident seinen Gaskunden zwar weiter eine Zahlung in Euro und Dollar erlaubt, aber gleichzeitig eine skurrile Umtauschaktion bei der Gazprombank erzwingt, beweist er lediglich seine ökonomische Inkompetenz. Die Vorschrift hat für die Käufer im Westen keinen Effekt, gleichzeitig wird aber der Rubelkurs künstlich gestützt. Diese Tatsache will Putin offenbar propagandistisch einsetzen, um sein Volk zu täuschen – das ist pure Spiegelfechterei.

Zumal bislang schon der größte Teil der Devisenzahlungen für Rohstoffe von russischer Seite in Rubel umgetauscht wird. Damit kann Putins Stützungsmaßnahme für seine Währung lediglich Anreiz für Währungsspekulanten sein, Geschäfte zu machen.

Die Gaslieferungen dürften aber vom Herrscher im Kreml wohl kaum gestoppt werden. Die durch die Sanktionen schwer angeschlagene Wirtschaft Russlands würde einen ausbleibenden Geldzufluss nicht verkraften. Langfristig droht ihr wegen der Neuorientierung des Westens beim Rohstoffeinkauf ohnehin der Kollaps.

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