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Baugenehmigungen

Stadt-Land-Kluft beim Bauen im Münsterland

Münsterland

Wohnraum ist knapp – und das gilt nicht nur in Münster, sondern auch in den umliegenden Landkreisen. Beim Wohnungsbau tut sich zwischen der Stadt und den Kreisen jedoch eine breite Kluft auf.

Es werden immer weniger Neubauten genehmigt. Foto: dpa

Im Münsterland tut sich im Wohnungsbau eine breite Kluft zwischen der Stadt Münster und den umliegenden Landkreisen auf. Wie das Statistische Landesamt IT.NRW am Montag berichtete, wurden in Münster in den ersten neun Monaten des Jahres fast zwei Drittel (61,1 Prozent) weniger neue Wohnungen genehmigt.

Im Kreis Borken waren es zur gleichen Zeit fast 35 Prozent mehr. Auch in den Kreisen Steinfurt (plus 14,7 Prozent) und Coesfeld (plus 11,4 Prozent) gab es einen Zuwachs. Lediglich für den Kreis Warendorf meldeten die Statistiker ein kleines Minus von 4,2 Prozent.

Investoren vs. Häuslebauer

Für Christian Schröder, ­Experte der Bausparkasse LBS West in Münster, ist die ­Ursache für diesen gegenläufigen Trend klar: „In Münster wird der Wohnungsmarkt von Finanzinvestoren bestimmt – und die reagieren schon auf kleinste Renditeschwankungen.“ Das heißt: Sie legen dann ihr Geld in ­anderer Form an. Allerdings hätten die Investoren die Genehmigungen 2021 auch stark nach oben getrieben, erklärte die Stadt Münster.

In den kleineren Kommunen gebe es hingegen mehr Häuslebauer, die die neuen Immobilien selbst nutzen, so Schröder. „Und die ziehen ihre ­Projekte oft durch – auch wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben.“

Massiv gestiegene Kosten

Die Lage der Bauherren hat sich durch die wirtschaftlichen Folgen von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg deutlich verschlechtert. Die Kosten für Baumaterialien sind massiv gestiegen, gleichzeitig haben sich Zinsen einer zehn­jährigen Baufinanzierung binnen weniger Monate von 1,3 auf inzwischen oft über fünf Prozent erhöht. „Die Planungssicherheit ist dahin“, betonte jüngst der Ifo-Forscher Felix Leiss. Bundesweit gingen die Genehmigungen daher bis Ende September dieses Jahres um 3,7, in Nordrhein-Westfalen um 1,3 Prozent zurück.

Auch wenn die Baukosten aktuell kaum noch steigen dürften: Die hohe Inflation wird zu steigenden Zinsen führen – mit Folgen für die Hypothekenkredite.

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