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Rund um die EM

Notizen von der Fußball-Europameisterschaft

Berlin (dpa)

Von dpa

Tschechiens Torhüter Tomas Vaclik betreibt Werbung in eigener Sache. Foto: Pa/PA Wire/dpa

Notizen von der Fußball-Europameisterschaft - gesammelt von der Deutschen Presse-Agentur.

JOB-BÖRSE EM: Tomas Vaclik ist vereinslos. Der Vertrag des tschechischen Nationaltorwarts ist beim FC Sevilla nach drei Jahren zum 1. Juli ausgelaufen. Die EM nutzt der 32-Jährige aktuell als Bühne, um in der Job-Börse erfolgreich zu sein. Und das sieht für Vaclik, der bei der Endrunde in vier Spielen nur zwei Gegentore kassiert hat, gar nicht so schlecht aus. Nach unbestätigten Informationen von «Sky Sport» in Italien könnte der Schlussmann demnächst einen Vertrag beim SSC Neapel unterschreiben. Der Serie-A-Club wurde in der abgelaufenen Saison immerhin Fünfter. Vielleicht meldet sich beim früheren Torwart des FC Basel aber auch noch ein anderer Interessent.

BEGEISTERUNG: Die Euphorie rund um das dänische Team bei der Fußball-EM wird in der Heimat immer größer. Im berühmten Vergnügungspark Tivoli in der Hauptstadt Kopenhagen versammeln sich zahlreiche Fans zum Public Viewing. Die 2000 Tickets, um vor der Leinwand das Viertelfinale gegen Tschechien am Samstagabend in Baku zu verfolgen, waren binnen drei Minuten ausverkauft. Nach Angaben von Tivoli-Pressechef Torben Plank hätten sogar 20 000 Karten verkauft werden können.

HOMÖOSTATISCHES GLEICHGEWICHT: Trainieren, essen, schlafen, reisen, spielen, trainieren, essen, schlafen, reisen. Eines fehlt: Regenerieren. Ohne die Erholungsphasen geht es nicht. Erst recht bei einem EM-Turnier wie diesem mit elf Austragungsländern. Da darf auch das technische Equipment nie fehlen. So wie bei den Spaniern. Ob in Las Rozas de Madrid im eigentlichen EM-Camp, an den Spielorten in Sevilla und Kopenhagen und zuletzt auch St. Petersburg, immer alles dabei. Auch ein recht handliches Gerät für unterwegs, das nach Angaben des Verbandes dazu dienen soll, «das beste homöostatische Gleichgewicht im Körper zu erreichen».

BEÄNGSTIGENDER RÜCKBLICK: Sie schienen es den Umständen entsprechend gelassen zu nehmen. Aber wie Trainer Janne Andersson verriet, seien die beiden Corona-Fälle bei der schwedischen Mannschaft eine «beängstigende Situation» gewesen. Unmittelbar vor dem EM-Auftakt waren Dejan Kulusevski und Mattias Svanberg positiv auf das Virus getestet und von der Mannschaft - den Hygieneprotokollen entsprechend - isoliert worden. «Ich habe viel durchgemacht, aber so etwas hatte ich noch nie erlebt», sagte Andersson. Die Sorge über morgendliche Anrufe über noch mehr Corona-Fälle habe ziemlich an ihm gezehrt, sagte der 58-Jährige, der mit seinem Team bis in Achtelfinale gekommen war.

FUSSBALL-MUFFEL: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat Volkslieder einem Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft vorgezogen. Während am Dienstag das EM-Achtelfinalspiel gegen die englische Mannschaft lief, empfing das frühere Kirchenoberhaupt Gäste aus seiner bayerischen Heimat. Sechs ehemalige Chorknaben der Regensburger Domspatzen besuchten Benedikt XVI. im Vatikan, Anlass war der 70. Jahrestag seiner Priesterweihe. Der frühere Papst sei kein Fußball-Fan, berichtete der Sänger Tobias Appl nach seiner Rückkehr aus Rom. Benedikt habe sich dafür umso mehr über eine Darbietung mit Volks- und Abendliedern gefreut.

HITZE: «Hot, hot, hot» überschrieb die dänische Boulevardzeitung «B.T.» die erwarteten Wetterverhältnisse für das Viertelfinalspiel gegen Tschechien am Samstag in Baku. Bei Spielbeginn um 20.00 Uhr Ortszeit sollen es in der Hauptstadt Aserbaidschans immer noch mehr als 30 Grad sein. «Ich kann die Sonne und die Luftfeuchtigkeit nicht ändern. Aber ich kann beeinflussen, was ich zu mir nehme», sagte Pierre-Emile Höjbjerg. «Es ist das gleiche für jeden.»

EINER FROH, EINER TRAURIG: Der Tscheche Jakub Jankto und Mikkel Damsgaard aus Dänemark kennen sich bestens. Das Duo steht bei Sampdoria Genua in Italiens Serie A unter Vertrag. Im EM-Viertelfinale in Baku treffen ihre Mannschaften nun aufeinander. Zum Überstehen der Achtelfinale beglückwünschten sich Jankto und Damsgaard gegenseitig. «Wir sind uns sicher, dass einer von uns demnächst eine EM-Medaille haben wird», meinte Jankto sogar. «Einer von uns wird traurig sein, der andere sehr fröhlich.»

VERMISST: Es waren Wochen ohne die Familie. Umso schöner ist das Wiedersehen. Selbst wenn Victor Lindelof mit der schwedischen Mannschaft nur zu gern noch im Turnier geblieben und nicht gegen die Ukraine durch einen Last-Minute-Treffer in der Verlängerung maximal unglücklich ausgeschieden wäre. Es kam aber so und und nun kam Lindelof endlich nach Hause. Seine Ehefrau veröffentlichte ein kurzes Video von der emotionalen Heimkehr des Profis von Manchester United. An der Tür wartete sehnsüchtig Sohn Ted. Lachend und trampelnd empfing der Zweijährige den Papa, als sie aufging und er davor stand. Der schwedische Fußballer nahm ihn auf den Arm und drückte ihn fest an sich. Danach gab es noch Toast für die Gattin vom Gatten.

EINER WIE BAROS ODER KOLLER? 2004 scheiterten die Tschechen erst im EM-Halbfinale am späteren Sensationssieger Griechenland um Trainer Otto Rehhagel. Mit Milan Baros und Jan Koller hatten sie damals ein imposantes Sturmduo. Tomas Galasek spielte 2004 an ihrer Seite, heute ist der ehemalige Mittelfeldspieler Assistenztrainer bei den Tschechen. Er kann also die Qualität des aktuellen Top-Torjägers Patrik Schick von Bayer Leverkusen gut mit der von Baros und Koller vergleichen. «Bari spielte um den Stoßstürmer herum, daher würde ich Patrik eher mit Jan Koller vergleichen, es sind aber unterschiedliche Spieler», meinte Galasek. Baros wurde 2004 mit fünf Treffern sogar EM-Torschützenkönig; Schick hat nun nur ein Tor weniger als der immer noch führende Cristiano Ronaldo, der aber schon raus ist.

DJ: Kurz vor Spielbeginn gibt Mathias «Zanka» Jörgensen beim dänischen Team den Ton an. Der frühere Düsseldorfer spiele als Kabinen-DJ immer den gleichen Song, dann wisse die Mannschaft, dass es noch vier Minuten seien, bevor es auf den Platz geht, berichtete Pierre Emile Höjbjerg. Der Ex-Bayern-Profi ist offenbar kein echter Fan der Musikauswahl. «Ich weiß nicht, wie es heißt, aber es ist nicht so viel Gesang darin, lass es mich so sagen.» Medienberichten zufolge soll Jörgensen den Song «Opus» des schwedischen House-DJs Eric Prydz spielen.

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