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Rund um die EM

Notizen von der Fußball-Europameisterschaft

Berlin (dpa)

Von dpa

Vor dem Finale gegen Italien bekommt Englands Mannschaft Unterstützung von höchstmöglicher Stelle. Foto: John Walton/PA Wire/dpa

Notizen von der Fußball-Europameisterschaft - gesammelt von der Deutschen Presse-Agentur.

AUSSICHT: Vor dem Finale gegen Italien bekommt Englands Mannschaft Unterstützung von höchstmöglicher Stelle. Sir Geoff Hurst, legendärer Weltmeister von 1966, ließ sich am Freitag auf das Dach einer Gondel des berühmten Riesenrads «London Eye» schnallen. Bestens abgesichert und mit geballter Faust feuert der 79-Jährige im roten England-Shirt die Mannschaft für das Endspiel an, auf einem anderen Foto ist Hurst weit über den Dächern der Stadt mit weit ausgebreiteten Armen zu sehen. Der ehemalige Stürmer hatte 1966 den bislang einzigen großen Titel mit England gewonnen. Beim 4:2-Finalsieg gegen Deutschland hatte Hurst damals drei Tore erzielt.

LIEDGUT: 1990 war «Un'estate italiana» («Ein italienischer Sommer») der WM-Hit schlechthin. 31 Jahre nach dem Triumph der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft singen die Italiener das Lied bei der Fußball-EM wieder gerne - und Gianna Nannini scheint das zu gefallen. «Ich glaube, es ist ein Lied, das ewig für den Fußball gemacht ist, eine Hymne, die in diesem Moment eine große Schwingung auslöst», sagte die in Siena geborene italienische Rocksängerin über ihren Kultsong. Die Spiele der Squadra Azzura verfolgt Nannini seit dem Viertelfinale, wie sie sagte. Sie habe Keeper Gianluigi Donnarumma für sich entdeckt: «Ein fabelhafter Torhüter.»

SOUVENIR: Tränen der Freude über das Originaltrikot von Englands Mittelfeldspieler Mason Mount haben Belle McNally (10) aus dem Südosten Londons zur Internet-Berühmtheit gemacht. Sie werde auf der Straße erkannt, erzählte das Mädchen am Freitag der BBC. Chelsea-Star Mount hatte Belle nach dem Halbfinalsieg über Dänemark am Mittwoch im Wembley-Stadion sein Trikot gereicht - das Mädchen brach daraufhin in Tränen aus und warf sich seinem Vater heulend an die Schulter. «Ich werde es einrahmen. Ich will es nicht verkaufen oder waschen», betonte Belle, die ein Plakat für Mount gemalt hatte. Nun hofft sie, auch beim Finale am Sonntag gegen Italien im Stadion zu sein.

ZUGKRAFT: Englands EM-Erfolg lässt beim Wortley Football Club - dem Jugendverein von Nationalspieler Kalvin Phillips - die Telefone glühen. Es gebe etliche Anrufe von Interessierten, sagte Ian Thackray, Jugendcoach des Three Lions-Mittelfeldspielers. «Wir haben aus dem Nichts eine Frauenmannschaft aus dem Boden gestampft», berichtete Thackray. «Es ist wegen Kalvin. Sie wollen nicht bei einem bekannten Frauenteam spielen, sie wollen zu uns.» Der Club aus dem Westen von Leeds habe nun kurzfristig das Spielrecht in der unterklassigen West Riding County Women's League beantragt, es gebe bereits gut ein Dutzend Spielerinnen und zwei Sponsoren.

NEUE FREUNDE? Eine Ordnerin aus dem Londoner Wembley-Stadion ist Leonardo Bonucci besonders in Erinnerung geblieben. Sie hatte Italiens Nationalspieler nach seinem Jubel mit den Fans nach dem Einzug ins EM-Finale am Dienstag für einen Zuschauer gehalten und ihn zunächst nicht auf den Rasen zurück gelassen. «Das ist Teil ihres Jobs, das kann passieren», sagte Bonucci einige Tage später über die Szene. Schon auf dem Platz hatte er den Vorfall mit Humor genommen und die Frau umarmt. «Die Umarmung war etwas unterkühlt», sagte der Profi von Juventus Turin nun schmunzelnd. «Aber wenn ich sie am Sonntag beim Finale wiedersehe, bekommt sie noch eine.»

SPENDE: Seine Prinzipientreue hat Sam Astley Karten fürs EM-Finale eingebracht. Obwohl seine Freundin Tickets fürs Englands Halbfinal-Duell gegen Dänemark in Wembley gewonnen hatte, schlug der 24-Jährige aus - denn er hatte sich schon seit längerem für eine Stammzellenspende gemeldet. Es sei ausgeschlossen gewesen, den Termin abzusagen. Das Halbfinale zu sehen, wäre großartig gewesen, sagte Astley. Doch eine Stammzellenspende sei viel wichtiger als ein Fußballspiel. Sams Geschichte ging viral - und fand ein gutes Ende: Ein EM-Sponsor schenkte ihm zwei Karten fürs Endspiel.

ERWISCHT: Ihre Fußballbegeisterung hat Nina Farooqi den Job gekostet. Die 37-Jährige meldete sich am Mittwoch auf der Arbeit krank, weil sie kurzfristig eine Karte für Englands Halbfinalspiel gegen Dänemark bekommen hatte. Statt im Bett zu liegen, fuhr Farooqi nach London ins Wembley-Stadion - und wurde beim Torjubel in Großaufnahme von den TV-Kameras eingefangen. Das sah allerdings auch ihr Chef und feuerte sie. «Ich bedauere es ein bisschen, niemand will gefeuert werden, doch andererseits hätte ich das Gefühl gehabt, etwas verpasst zu haben», sagte Farooqi zu «Telegraph Sport». Kurz und knapp: «Ich würde es wieder tun.»

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