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Fußball: Westfalenpokal-Achtelfinale

5:2 in Lippstadt – Preußen Münster im Wechselbad eine Runde weiter

Lippstadt

Was war das für ein Spiel, dieses Westfalenpokal-Achtelfinale. Da sah der SC Preußen Münster nach 45 Minuten wie der sichere Sieger aus, geriet aber nach der Pause beim SV Lippstadt dann doch noch mächtig ins Schwimmen. Und löste die Dinge letztlich doch souverän. 

Von Thomas Rellmann

Nicht nur Jannik Borgmann ist oben auf, auch alle Preußen sind im Pokal-Höhenflug. Mit dem 5:2-Erfolg am Dienstagabend beim SV Lippstadt erreichte der Titelverteidiger das Viertelfinale. Foto: Moritz Schwegmann

Für eine kurze Phase, vielleicht 17 oder 18 Minuten, geriet der Titelverteidiger gehörig ins Wanken. Es war etwa die Viertelstunde nach der Halbzeit, als Preußen Münster nach herausragendem ersten Abschnitt plötzlich zwei Gegentore nach Freistößen kassierte und der SV Lippstadt reichlich Morgenluft witterte. Im Duell der Regionalliga-Rivalen brachten die Adler das Westfalenpokal-Achtelfinale letztlich doch mit 5:2 (3:0) sicher über die Bühne, doch diese Zitterpartie hätten sie sich gern erspart.

Trainer Sascha Hildmann stellte sowieso lieber die positiven Aspekte heraus: „Ich habe einen sehr guten Auftritt gesehen. Wir waren von vornherein fokussiert und konzentriert und haben auch spielerisch überzeugt. Mit den Standard-Gegentoren wurde es noch mal schummrig, aber wir haben super darauf reagiert.“

Auf vier Positionen hatte er gewechselt. Zur Schonung saßen Nicolai Remberg, Alexander Langlitz, Gerrit Wegkamp und Henok Teklab auf der Bank. Für sie fingen Joshua Holtby auf der Sechs sowie Deniz Bindemann, Jan Dahlke und U-23-Spieler Kevin Schacht in der Angriffsreihe an. Weil Marvin Thiel angeschlagen kurzfristig ausfiel, musste Kapitän Julian Schauerte ran.

Nur eine Strafraumszene der Hausherren

Beinahe hätte der SCP sofort die kalte Dusche kassiert, weil Marcel Hoffmeier sich von Luca Kerkemeyer an der Eckfahne abkochen ließ. Die folgende Flanke köpfte Dardan Karimani jedoch frei drüber. Da waren keine 60 Sekunden rum. Vorweg: Das war die einzige Strafraumszene der Hausherren in Abschnitt eins.

Und irritieren ließen sich die Gäste eh nicht. Klug und sicher spielten sie einen Angriff hinten raus. Zu schnell für den Gegner. Schauerte flankte aus dem Halbfeld scharf und aus vollem Lauf, Dahlke nahm die Kugel, die Verteidiger Fabian Lübbers nicht erreicht hatte, an und vollstreckte eiskalt (10.).

Holtby trifft vom Punkt

Nicht minder cool war vier Minuten später Holtby vom Elfmeterpunkt. Vorangegangen war ein Steilpass von Jannik Borgmann auf Bindemann, gegen den SVL-Keeper Luis Ackermann um Längen zu spät kam. Klarer Strafstoß (14.)! Erneut traf einer der Neuen in der Startelf. Die Umstellungen schienen sowieso keinen Qualitätsverlust mit sich zu bringen. Mit der frühen Führung im Rücken wuchs das Selbstbewusstsein. Die Kombinationen rollten, Lippstadt kam gar nicht mehr zur Entfaltung. Dass beide Clubs nur vier Punkte trennen, war bis dato nicht zu erkennen..

Das i-Tüpfelchen setzte Luke Hemmerich auf die erste Halbzeit. Das Publikum rieb sich verwundert die Augen, dass der Blondschopf einen Freistoß aus über 30 Metern von halblinks und für jeden ersichtlich direkt aufs Tor nageln wollte. Aber der machte das wirklich – und traf auch noch in den Knick (37.). Ob Ackermann den halten konnte, juckte keinen Preußen mehr.

Zwei Gegentore binnen acht Minuten

Während Langlitz in der Pause Schacht ablöste, kamen die Gastgeber gleich mit drei Neuen und plötzlich neuem Mut raus. Ein Freistoß von Kai Bastian Evers segelte durch den Sechzehner und fand am langen Pfosten Janik Steringer, der zum 1:3 einschob (47.). Das brachte neue Hektik ins Geschehen. Ein abgefälschter Distanzschuss von Finn Heiserholt zischte nur knapp vorbei (53.). Zwei Minuten später war’s passiert. Wieder Freistoß Evers, wieder Orientierungslosigkeit im Strafraum, und Valentin Henneke verlängerte den Ball per Kopf ins lange Ecke (55.).

Aus absoluter Überlegenheit war binnen zehn Minuten ein Vabanquespiel geworden. Hildmann reagierte mit Remberg und Thorben Deters für Holtby und den zu nickeligen Bindemann. Offensichtlich die richtige Entscheidung. Sekunden, nachdem Dahlke an Ackermann gescheitert war, drückte Super-Scorer Deters eine Schauerte-Flanke ins Netz (63.). Das 4:2 kühlte sogleich die erhitzten Gemüter runter. Für eine gute Viertelstunde waren die Preußen unerklärlich ins Schwimmen geraten.

Dahlke per Elfmeter zum 5:2

Entspannung trat ein, als Ackermann zwar erneut zunächst gegen Dahlke parierte, der Stürmer dann aber nachsetzte und von Heiserholt zu Fall gebracht wurde. Wieder Elfmeter, diesmal machte es der Gefoulte selbst – 5:2 (72.). Der dritte Treffer blieb Dahlke bei einem sehenswerten Lupfer an den Pfosten verwehrt (75.). Auch Deters (81.) und Teklab (86.) hatten noch eine Chance – dann war das Viertelfinale gebucht. Irgendwie am Ende doch noch souverän.

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