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Fußball: Regionalliga West

Als Ansgar Brinkmann die Preußen zum letzten Sieg in Oberhausen schoss

Münster

Ansgar Brinkmann spielte drei Mal für den SC Preußen. Mit dem Abstieg 2006 endete praktisch auch seine Profilaufbahn in Münster. Ein letztes Glanzlicht der Mark „weiße Brasilianer“ setzte der in diesem Moment wütende Brinkmann beim letzten Preußen-Sieg im Mai 2006 gegen RW Oberhausen.

Von Alexander Heflik

Ballsicher: Ansgar Brinkmann

Als der SC Preußen Münster das letzte Mal bei RW Oberhausen gewinnen konnte, lag später, als die Saison als Abstiegs-Spielzeit in die Vereins-Historie einging, dennoch ein besondere individueller Moment über dieser Partie: Es war an diesem Tag in Oberhausen das letzte große Aufflackern des Filous Ansgar Brinkmann. Glaubt man den Statistiken von weltfußball.de, dann war dies sein 523. und damit vorletzter Einsatz als Profi.

Moors setzt Brinkmann auf die Bank

Und was für einer? Münster stand am Abgrund am 36. Spieltag, das Gastspiel in Oberhausen musste gewonnnen werden. Doch Brinkmann, der „weiße Brasilianer“, schmorte auf der Bank. Trainer Werner Moors setzte auf eine andere Formation. Domenico Cozza traf zur Führung, Oberhausen glich vor 4336 Zuschauern durch Marcel Stiepermann aus. Brinkmann saß weiter auf der Bank. Bis zur 72. Minute, dann hatte Moors ein Erbarmen mit dem damals schon 36 Jahre alten Dribbelkünstler aus Vechta.

Was hatte der nicht schon alles erlebt, eine schillernde Persönlichkeit des deutschen Fußballs, ein Super-Talent, das sich nicht selten selbst im Weg stand. Er spielte in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt. Als vermutlich einzigem Berufskicker wurde ihm nicht zum Verhängnis, für Preußen Münster, Arminia Bielefeld und den VfL Osnabrück gespielt zu haben – überall war er beliebt und populär.

Supersolo des „weißen Brasilianers“

Aber in der Saison 2005/06 endet das Sportliche. In Oberhausen wird der wütende Brinkmann eingewechselt, elf Minuten später sorgt er mit einem fulminantem Solo auf der rechten Seite sowie einen Torabschluss fast von der Grundlinie für den Sieg. Er feiert nicht, es war in seiner Welt fast schon eine Majestätsbeleidigung gewesen, ihn nicht aufzustellen. An diesem 14. Mai 2006 keimte Hoffnung beim SCP auf, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Es war der letzte von nur fünf Auswärtssiegen des SCP in Oberhausen über die Dekaden. Ein kleines Kunstwerk des Ansgar B. war notwendig dafür. Am 14. Mai 2022 im Übrigen möchte der SCP nur zu gerne die Meisterschaft gegen den 1. FC Köln II in der Regionalliga feiern.

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