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Fußball: Regionalliga

Befürchtungen bestätigt: Daube fällt mit Kreuzbandriss aus

Münster/Straelen

Ausfallerscheinungen sind beim SC Preußen Münster in dieser Spielzeit leider an der Tagesordnung. Der Kreuzbandriss von Dennis Daube trifft Trainer Sascha Hildmann und sein Team besonders hart und zieht eine regelrechte Personalrochade nach sich. Doch nicht der Chefstratege in der Preußenzentrale fällt lange aus, auch Neuzugang Manuel Farrona Pulido muss nach seiner Torpremiere mit aussetzen.

Von Alexander Heflik

Bittere Momente erlebte in Straelen Dennis Daube Foto: Jürgen Peperhowe

Trainer Sascha Hildmann versuchte die Fassung zu wahren. Sein Stratege im Mittelfeld humpelte erst mit Hilfe vom Platz, wenig später wurde er mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einer Trage in die Kabine gebracht, Sonntag bereits geröntgt, am Montag sollte dann im MRT die Schwere der Verletzung festgestellt werden. „Abwarten“, hatte Hildmann als Losung nach dem 4:0-Auswärtssieg bei SV Straelen ausgegeben. Er wolle sich nicht leiten lassen von den Emotionen. Aber wirklich jeder vermutete eine schwere Verletzung, die den 32 Jahre alten Dennis Daube zu einer Pause zwingen wird. Am Montag wurde dann aus der Befürchtung Gewissheit: Das Kreuzband im linken Knie ist durch, Daube wird im Jahr 2021 nicht mehr Fußballspielen.

Qualitäts-Duo in der Preußen-Schaltzentrale

Dabei war der gebürtige Hamburger in den letzten Monaten zum Gravitationszentrum im Preußen-Spiel geworden. Gemeinsam mit dem jungen Nicolai Remberg schien der SCP eine Mittelfeldachse von besonderer Qualität gefunden zu haben. Da der manchmal ruppige, rabaukenhafte und nimmermüde daherkommende Remberg, hier der leise Dirigent, der seinen Mitspielern die Kommandos fast schon im Flüsterton zuzusprechen scheint. Mit Daube und Remberg hatte der SCP seit Anfang des Jahres etwas aufgebaut, das im Titelrennen ein Garant sein sollte. Daube, Remberg, dazu die Innenverteidiger Simon Scherder und Marcel Hoffmeier bilden das SCP-Viereck, das den ganzen Laden zusammenhält und steuert.

Behutsamer Aufbau jetzt Makulatur

Nun fällt Daube aus, in der Drittliga-Saison 2018/19 beim KFC Uerdingen kam er nur auf vier Einsätze, weil ein Innenbandriss sowie Patellasehnenprobleme ihn zurückwarfen. Auch beim SCP war die Hinrunde der Saison 2019/20 nahe dem „Seuchen-Niveau“. Er fehlte in 15 Partien. Doch Hildmann baute den Rekonvaleszenten Stück für Stück auf, in diesem Jahr, in dem der SCP überaus erfolgreich durch die Regionalliga rauscht, ist Daube bislang voll da gewesen. Nun wird er pausieren müssen.

Wer kann den Unverzichtbaren ersetzen? Dominik Klann war in der Vorsaison, als die Preußen auf Findungskurs waren, eine Entdeckung. Zuletzt fehlte dem 22-Jährigen Spielpraxis. Auch Joshua Holtby hat diese Rolle schon eingenommen, aber seine Heimat sind die Offensive und Standardsituation – anders als beim defensiv ausgerichteten Daube.

Verschiebebebahnhof droht

Ein richtiger Verschiebebahnhof könnte es werden, wenn der spielstarke Innenverteidiger Hoffmeier ins Mittelfeld vorrückt. Nicht wenige sehen den Platz des 22-Jährigen sowieso dauerhaft dort. Er ist schnell, spielt präzise Pässe, kann Zweikämpfe bestreiten – aber wirklich ausgefüllt hat er die Sechser-Rolle bislang nicht. Rückt Hoffmeier vor, stehen für die Innenverteidigung mit Jannik Borgmann und dem gerade erst verpflichteten Robin Ziegele zwei Spieler zur Verfügung. Raus aus den Wechselspielchen ist wohl Manuel Farrona Pulido. Der Neuzugang zog sich nach seinem ersten Preußentor in Straelen eine Muskelverletzung zu und muss an diesem Dienstag zur näheren Untersuchung in die Röhre.

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