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Fußball: Bundesliga

Wegen Katar-Sponsoring: Fan droht FC Bayern mit Klage - jetzt reagiert der Club

Münster/München

Das Thema Katar-Sponsoring beim FC Bayern München spitzt sich zu. Weil der Club den Antrag eines Fans bisher aussitzt, greift der nun zu drastischen Mitteln. Am Abend reagiert der Rekordmeister.

Von Jonas Austermann

Der FC Bayern München lässt sich seit 2018 von Qatar Airways, der staatlichen Fluglinie des Wüstenstaats, sponsern. Foto: Imago/Bernd Feil

Das Thema Katar-Sponsoring wird beim FC Bayern München immer heißer. Michael Ott (28), Fan und Mitglied des deutschen Fußball-Rekordmeisters, wird gegen seinen Verein in dieser Sache nun sogar mit Klage und einstweiliger Verfügung vorgehen.

Und das kommt so: Ott, Rechtsreferendar aus Mainz, möchte in der Jahreshauptversammlung einen Antrag zur Abstimmung bringen, dass künftig keine Sponsorenverträge mit Unternehmen abgeschlossen werden soll, die "mehrheitlich im Eigentum des Emirats Katar stehenden". Hintergrund dieses Vorschlags ist, dass der FC Bayern seit 2018 von Qatar Airways, der staatlichen Airline, gesponsert wird. Und das trotz anhaltender Kritik an den Menschenverletzungen im Wüstenstaat.

Spendenbereitschaft überwältigt Ott

Ott reichte seinen Antrag laut eigenen Angaben fristgerecht ein, wartet aber seit dreieinhalb Wochen auf die Zulassung durch den Verein. Eine vom Fan gesetzte Frist ließ der Rekordmeister demnach am Mittwoch verstreichen. Auf Twitter schrieb Ott: "Einzige Reaktion: Man sei noch nicht dazu gekommen, den Antrag zu prüfen. Mit dieser Hinhaltetaktik will der FC Bayern Rechtsschutz unmöglich machen."

Deshalb müsse nun Klage  erhoben und eine einstweilige Verfügung erwirkt werden. Der angehende Jurist will den FC Bayern damit zur Abstimmung über seinen Vorschlag zwingen. Die Kosten für die juristischen Schritte könnten bis zu 3000 Euro betragen. Ott startete am Donnerstagmorgen einen Spendenaufruf im Netz, hatte innerhalb von zwei Stunden die anvisierte Summe beisammen. Am Donnerstagabend waren über 5000 Euro zusammengekommen.

"Das ist natürlich umwerfend, ich hätte nicht gedacht, dass so schnell so viel Geld zusammenkommt. Echt unglaublich! Aber eben ein starkes Zeichen, wie wichtig dieses Thema den Leuten ist und dass es ihnen sogar Geld wert ist", sagte Ott im Gespräch mit dieser Zeitung. Unter den Spendern waren auch viele Fans anderer Clubs.

Wie geht's jetzt weiter?

Die einstweilige Verfügung soll noch am Donnerstagabend, spätestens aber am Freitagmorgen beim Amtsgericht München eingereicht werden. Im Anschluss könnte es zu einer mündlichen Verhandlung kommen. Eine mögliche Entscheidung müsste im Anschluss noch dem Verein zugestellt werden. "Zeitlich ist das alles extrem knapp", sagt auch Ott. Die Jahreshauptversammlung des FC Bayern findet am 26. November statt.

"Sky" zitierte am Donnerstagabend eine Auskunft des Münchner Präsidenten Herbert Hainer. Der Wortlaut: "Zuerst wurden alle Anträge geprüft, die eine Satzungsänderung zum Gegenstand haben. Zurzeit werden die weiteren eingegangenen Anträge geprüft und die Antragsteller werden danach informiert." Fortsetzung folgt - garantiert.

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