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Fußball: DFB-Pokal

Chance auf die Sensation war da: Preußen Münster verliert gegen Hertha BSC

Münster

Trotz sehr guter Leistung gegen den Erstligisten Hertha BSC Berlin scheidet Regionalligist Preußen Münster nach der zweiten Runde aus dem DFB-Pokal aus. Eine Schlüsselszene bei der 1:3-Pleite am Dienstagabend ereignete sich kurz vor der Halbzeit.

Von Alexander Heflik

Auf dem Weg zum Ausgleich: Alexander Langlitz überwindet Herthas Tormann Alexander Schwolow, trifft aber nur den Pfosten, ehe Thorben Deters das 1:1 markiert. Foto: Jürgen Peperhowe

Nein, keine Pokal-Sensation, kein Coup gegen den Erstligisten aus Berlin. Preußen Münster ist in der 2. Runde des DFB-Pokals nach einer großartigen Vorstellung mit dem 1:3 (1:1) ausgeschieden. Am grünen Tisch war der SCP nach dem 1:3 gegen den VfL Wolfsburg in Runde zwei gelangt, doch Gelb-Rot für Nicolai Remberg in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verschob das Kräfteverhältnis zugunsten des Erstligisten. Dem 0:1 durch Stevan Jovetic (3.) ließ Thorben Deters (41.) das 1:1 folgen.

Nach dem Wechsel mühte sich die Hertha durch Treffer von Ishak Belfodil (79.) und Marco Richter (83.) am Ende zum Sieg. „Erste ­Liga – keiner weiß, warum!“, schallte es am Ende von allen Rängen – es war auch eine Verneigung vor der Preußen-Elf. Die Sensation lag lange in der Luft.

Offener Schlagabtausch

Was für eine bittere Pille nach 125 Sekunden. Da ploppte einmal die Erstliga-Qualität im Umschaltspiel der Gäste auf, Davie Selke, dann Dennis Jastrzembski und am Ende der Ver­wertungskette Stevan Jovetic machten das Spiel zu schnell für den SCP – die Hertha führte prompt. Münsters Antwort?

Nach 16 Minuten gewann auf der linken Seite Henok Teklab den Ball, den Rückpass konnte Thorben Deters aber nicht druckvoll genug aufs Tor bringen. Der SCP hatte eine Reaktion gezeigt. Immerhin. Drei Minuten später, der SCP wehrte sich jetzt, köpfte Gerrit Wegkamp nach Flanke von Julian Schauerte aufs Tor – kein Problem für Keeper Alexander Schwolow, aber doch ein gutes Zeichen der Gastgeber.

Die Partie war eröffnet, weil fast im Gegenzug Jovetic beim Schuss Münsters Max Schulze Niehues zu einer Glanztat zwang. Es ging hin und her, hier ein Dribbling von Teklab, dann die große Chance mit einem Freistoß an der Strafraumgrenze – Münsters Alexander Langlitz war von Hertha-Abwehrchef Anga Boyata rüde von den Beinen geholt worden. Und erneut war Schwolow gefordert, wehrte mit allergrößter ­Mühe den Linksschuss von Marvin Thiel (25.) ab. Es ging nicht nur hin und her, ­sondern auch hoch und runter. Jo, diese Partie machte richtig Spaß.

Déjà-vu für Schiedsrichter Willenborg

Ernüchterung folgt auf Euphorie 

Und als sich alles beruhigt, die Partie eingependelt hatte, fast schon Pause war, kam der SCP mit Urgewalt: Wegkamp auf Teklab, Pass in die Tiefe, Langlitz zündet, trifft den Pfosten, Deters holt sich die Kugel, zieht ab, Tor, 1:1. Der Deckel auf dem Stadion flog weg, Münster stand Kopf.

Aber nur kurz: Praktisch mit dem Halbzeitpfiff gab Referee Frank Willenborg der Partie eine dramatische Wendung: Nicolai Remberg, der in der 36. Minute nach einem Foulspiel Gelb sah, wollte nun einen Elfmeter provozieren. Der Osna­brücker Willenborg verstand da keinen Spaß, verwarnte den 21-Jährigen wegen unsportlichen Verhaltens erneut. In Berlin wird an der Ampel gebastelt, in Münster folgte Gelb-Rot, Remberg hatte seinem Team eine ­Bärendienst erwiesen.

Favorit mit großen Problemen

Nur so einfach wollten es die Gastgeber den Männern vom „Big City Club“ nicht machen. Ein Mann mehr, ein Mann weniger – der SCP wehrte sich mit allem, hatte durch Deters auch gleich noch eine Chance. Nach einer Stunde war die Hertha kein Stück weiter, die Preußen schnupperten weiter: Stichwort Sensation in Unterzahl – keine Utopie.

Die Berliner kamen spät zu Chancen, erst durch den eingewechselten Suat Serdar, wenig später durch Deyovaisio Zeefuik, da waren schon 70 Minuten vorbei. Trainer Pal Dardai wechselte und wechselte, fand aber nicht wirklich den Schlüssel zur Dominanz. Chancen wie die durch Belfodil, die Schulze Niehues per Fußabwehr bereinigte, waren eher rar gesät.

Entscheidung kurz vor Schluss

Das 1:2 entsprang nicht gerade einer wilden Drangphase der Hertha, am Ende staubte Belfodil ab, nachdem Schulze Niehues einen Schuss von Lucas Tousart abgewehrt hatte. Wenig später erhöhte Marco Richter auf 3:1.

Also doch, der Favorit krampfte sich zum Sieg, der SCP hatte mutig gegengehalten. Am Freitag kommt Schalke 04 – allerdings die Reserve. Nach dem Fußball-Feiertag folgt der Regional­liga-Alltag.

Kommentar: Alles auf die Liga

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