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Fußball: Regionalliga West

Das wird ein Herzschlagfinale für die Preußen

Münster

Mike Terranova, Trainer von RW Oberhausen, ließ keinen Zweifel an der Richtigkeit des Sieges von Preußen Münster. Der SCP hatte das Regionalliga-Topspiel dominiert und mit 3:0 gewonnen. Schützenhilfe für Essen? Schützhilfe für Münster? „Wir haben alles rausgehauen“, sagte Terranova unmissverständlich.

Von Alexander Heflik

Kein Spießrutenlauf: Die Preußen bedanken sich bei den mitgereisten Fans für die Unterstützung in Oberhausen. Foto: Jürgen Peperhowe

Mike Terranova ließ, rein sportlich betrachtet, keinen Zweifel an dem Sieg des SC Preußen Münster. „Wir haben alles rausgehauen“, erklärte der Coach von RW Oberhausen nach der 0:3-Heimniederlage am Sonntag vor 5847 Zuschauern im eigenen Stadion. Und: „Münster hat das super gemacht.“

Womit er aus seiner Sicht auch etwaige Verschwörungstheorien entkräftete, das RWO nur eine halbherzige Leistung abgeliefert hat, damit nur nicht RW Essen aufsteigt. Ja, die beiden Ruhrgebietsvereine aus Oberhausen und Essen fühlen sich nicht gerade brüderlich verbunden. Nein, RWO hatte nach zwölf Partien ohne Niederlage so gut wie keine Chance, diese Partie zu gewinnen.

Münster Anhang surft heim

Münsters Anhängerschaft war da längst auf einer Welle der Begeisterung nach Münster gesurft. So gut wie in Oberhausen hatte der SCP in der gesamten Saison nicht gespielt. Das war schon ein starkes Stück, eine klare Ansage an RW Essen. Aber Terranova schüttete dann doch Wasser in den Wein der Münsteraner und kritisierte die Verbandsgerichts-Entscheidung, die das beim Stand von 1:1 abgebrochene Topspiel zwischen Essen und Münster zum 2:0-Sieg für den SCP erklärte. „Du brauchst ja nur irgendeinen Doofen finden, der sich opfert und eine ganze Saison auf den Kopf stellt“, sagte Terranova. Er meinte den Prototyp des Böllerwerfers von Essen. Eine gewagte Theorie, eine steile These, dass praktisch nun jeder so ein Spiel damit kippen könne. Terranovas Aussagen sind ein Spiel mit dem Feuer.

Hildmann bleibt ruhig

Münsters Anhang ist das einerlei. Nach der Partie schwor SCP-Coach seine Mannschaft, das direkte Umfeld der Mannschaft, eigentlich alle auf „Demut und Seriosität“ ein. Nur nicht durchdrehen, den Kopf verlieren, die mittlerweile sensationell gute Ausgangslage mit irgendwelchen Kindereien aus der Hand geben.

Torverhältnis kann entscheiden

Noch drei Spiele, und einigen drängte sich die Frage auf, was denn passieren würde, wenn Münster und Essen am Ende der Saison punktgleich wären. Dann würde das Torverhältnis entscheiden, zunächst die Differenz. Aktuell stehen sowohl Münster wie auch Essen mit 45 Toren im Plus. Stand heute würde die Regel keine Anwendung finden, weil der SCP zwei Punkte Vorsprung hat.

Holt aber Essen diese zwei Zähler auf, dafür reicht schon ein Remis der Preußen und ein Sieg von Essen, wäre RWE aktuell vorn. Weil: Essen hat, und das ist der nächste Entscheidungsaspekt, 76 Tore erzielt, Münster „nur“ 68. Würde Münster allerdings nach Toren mit Essen gleich ziehen, also beide Vereine punktgleich sein und das identische Torverhältnis haben, käme der direkte Vergleich zu Zuge. Und da hat Essen das Hinspiel mit 3:2 gewonnen, Münster das Rückspiel mit 2:0 – allerdings am grünen Tisch. Skurril.

Am Ende gilt nur das hier: Der Meister der Regionalliga West ist sportlich unmittelbar für die 3. Liga gemäß § 55 b Nr. 2 SpO/DFB qualifiziert. Der SCP kann alles selbst regeln. Fragen?

Restprogramm von Münster und Essen

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