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Fußball: DFB-Pokal

Preußen hoffen gegen VfL Wolfsburg auf ruhende Bälle

Münster

Der Tag ist gekommen. Erstmals seit sieben Jahren hat Preußen Münster wieder ein Spiel im DFB-Pokal. Trainer Sascha Hildmann hat durchaus Ideen, wie der Regionalligist den Favoriten VfL Wolfsburg ärgern kann. Vor dem Spiel hat Talent Deniz Bindemann noch schnell seinen Vertrag verlängern.

Von Thomas Rellmann

Ein großer Schluck für den großen Wurf: Die Preußen um Trainer Sascha Hildmann (r.) hoffen auf die Sensation gegen die Wölfe.  Foto: Jürgen Peperhowe

Der Freitag stand eigentlich ganz im Zeichen der Vorfreude auf die Pokalshow. Sonntagnachmittag, Fußball-Primetime um 15.30 Uhr. Regionalliga-Spitzenteam gegen Champions-League-Teilnehmer. Preußen Münster erwartet den VfL Wolfsburg. Doch der Underdog hatte noch ganz andere Dinge im Sinn und verkündete die Vertragsverlängerung mit seinem begehrtesten Talent. Deniz Bindemann, der nur noch bis 2022 gebunden war, bleibt dem Club, für den er seit der U 14 spielt, länger treu. Zuvor war er bis 2016 beim Nachbarn Borussia Münster aktiv.

Ob er wie Altersgenosse Noah Kloth zwei Tage zuvor auch bis 2024 unterschrieb, ließ der SCP diesmal offen. Sicher ist nur, dass der 18-Jährige im nächsten Sommer nicht ablösefrei gehen kann. Acht Tore in zwölf teils kurzen Profi-Einsätzen als Jungjahrgang machten ihn zu einem der begehrtesten A-Junioren im Westen.

Sascha Hildmann

Sportchef Peter Niemeyer war extrem stolz auf die Unterschrift: „Mit viel harter Arbeit und Fleiß hat er den Sprung geschafft. Das verdeutlicht einmal mehr, dass die Tür nach oben bei uns immer offen ist.“

Bindemann, der vor drei Jahren kurz vor dem Wechsel zu Bayer Leverkusen stand, könnte seinen Marktwert mit einem beherzten Auftritt am Sonntag sogar noch mal anheben. Ob er von Anfang an spielt, ist aber noch offen. „Auf den Flügeln muss ich mir noch wegen taktischer Kniffe Gedanken machen“, sagt Trainer Sascha Hildmann, der den Angreifer aber auch im Sturmzentrum auf dem Zettel hat. Gerrit Wegkamps Knie hält, er steht auch im Kader. Ob der 28-Jährige mit Blick auf die fünf Tage später startende Meisterschaft von Beginn an aufläuft, ist jedoch fraglich. Bereit für die Jokerrolle ist auch Henok Teklab. Manfred Kwadwo fehlt dagegen noch. Auf der Achterposition hat der Coach auch noch keine Entscheidung getroffen. „Da ist die Konkurrenz groß“, sagt er. Ins Aufgebot schafft es definitiv Youngster Kloth.

Rechnung: In 20 Spielen siegt einmal Preußen

Hildmann macht vor der Partie, auf die sich der Verein seit fünf Wochen freut, eine einfache Rechnung auf. „Von 20 Spielen verlieren wir 18 deutlich, eins knapp – und einmal gewinnen wir“, sagt er. Ob dieses eine Mal jetzt ist? „Wir dürfen nicht vergessen, dass da ein 270-Millionen-Euro-Team kommt.“

Den Stil der Testpartien wird der SCP kaum durchgehend anbieten können. „Wir wollen mutig bleiben, klar. So ist unser Preußen-Fußball, hohes Anlaufen, pressen. Aber wahrscheinlich werden wir ganz schön in die Defensive gedrückt“, sagt der Trainer. Angst macht ihm das nicht. „Es ist für mich das leichteste Spiel, es war angenehm in die Vorbereitung einzubinden und lockert das Ganze sogar auf.“

Standards als Mittel der Preußen

Ideen, wie dem Favoriten beizukommen ist, hat der Pfälzer natürlich auch. Eine davon sind Standards. „Auf diesem Weg haben wir letzte Saison 53 Prozent unserer Tore gemacht. Das ist sicher eine unserer Stärken. Aber ich weiß nicht, wie viele wir bekommen werden.“ Dass die Wölfe sich unter ihrem neuen Coach Mark van Bommel umstellen müssen, wie es jüngst auch aus Spielerkreisen verlautete, möchte Hildmann nicht überbewerten. „Das wird keinen großen Ausschlag für uns geben. Wir schauen auf uns und sind selbstbewusst. 2021 haben wir schließlich erst zwei Partien verloren.“ Von 30 wohlgemerkt.

Auch die Spieler gehen die Sache daher selbstbewusst an. „Vor allem mit den Fans im Rücken wird das eine tolle Geschichte“, sagt Kapitän Julian Schauerte. „Wenn man zum Aufwärmen rauskommt und Zuschauer sieht, ist das schon ein anderes Gefühl, als wenn nix los ist. Das wird ein schönes Erlebnis.“ Und die Vokabel „Überraschung“ nimmt der 33-Jährige auch in den Mund. „Vielleicht kriegen wir es hin, wenn wir das Spiel offen gestalten und dann in Führung gehen...“ Die Hammer Straße stünde Kopf.


SCP
: Schulze Niehues – Schauerte, Hoffmeier, Scherder, Thiel – Daube – Remberg, Schwadorf – Langlitz, Dahlke, Deters

- Liveticker aus dem Stadion ab 14.30 Uhr: www.wn.de/scp

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