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Fußball: DFB-Pokal

Eine Szene mit fataler Wirkung: Nicht alle wollen den Platzverweis so hinnehmen

Münster

Es war eine Schlüsselszene im Spiel - ein ganz bitterer Moment für den SC Preußen Münster, als die Gastgeber plötzlich in Unterzahl gerieten. Über den Platzverweis bei der 1:3-Pleite gegen Hertha BSC Berlin für Nicolai Remberg gehen die Meinungen auseinander.

Von Thomas Rellmann

Vladimir Darida gegen Nicolai Remberg (r.): Ein Foul? Nein. Eine Schwalbe? Die meisten bejahten das. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf diese Art von Scheinwerferlicht hätte Nicolai Remberg gern verzichtet. Doch sein Platzverweis quasi mit dem Pausenpfiff war einer der Schlüsselmomente dieses Pokalfights, der bundesweit Beachtung fand. Ganz nachvollziehen konnte er die objektiv korrekte Entscheidung von Referee Frank Willenborg nicht. „Ja, ich habe etwas eingefädelt. Das hat ja jeder schon mal versucht. Aber für mich trotzdem niemals Gelb-Rot. Ich habe mich ja auch nicht hingeworfen, bin sofort aufgestanden. Zu elft hätte es ganz anders ausgesehen.“

Unterstützung erhielt er von Trainer Sascha Hildmann. „Mir egal, was andere sagen. Das muss er so nicht entscheiden. Es war keine Schwalbe, keiner hätte was gesagt, wenn er das laufengelassen hätte.“ Später räumte der Pfälzer aber mit Blick auf seinen Antreiber doch ein: „Einen großen Gefallen hat er uns damit nicht getan.“ Ein Gespräch wird es zwischen beiden sicher noch mal geben.

Das „Fingerspitzengefühl“, auf das Remberg hoffte, war vom Unparteiischen kaum einzufordern. In der Kabine gab es zumindest direkt aufmunternde Worte. Und die Preußen schworen sich, auch für den 21-Jährigen alles reinzuwerfen. „So kennt man die Mannschaft ja“, sagte der Rotsünder. „Wir haben uns erinnert, wie oft wir mit einem Mann mehr schon Schwierigkeiten hatten“, verriet der Coach über das Thema der Halbzeitansprache.

Schon vor der Pause stach der große Wille hervor, in Unterzahl dann erst recht. „Wir hatten nur ganz zu Anfang Schwierigkeiten, haben uns aber geschüttelt und spielerische Lösungen gesucht und sind hoch angelaufen“, sagte Hildmann. „Es war einfach ein saugutes Spiel meiner Mannschaft.“

Kapitän Julian Schauerte pflichtete sofort bei: „Bis auf die ersten zehn Minuten haben wir gut dagegengehalten und unser Spiel durchgezogen. Es war ausgeglichen, obwohl drei Ligen dazwischenliegen. Mit ein bisschen Glück hätten wir sogar das 2:1 schaffen können, aber dann ist am Ende wieder einer durchgerutscht. Das Glück war nicht so ganz auf unserer Seite.“

Stürmer Gerrit Wegkamp stimmte: „Wir haben eine unfassbare Moral bewiesen und das Spiel nach dem frühen Rückstand an uns gerissen. Auch nach dem Platzverweis haben wir nicht nur verteidigt, sondern weiter nach vorn gespielt.“ Einzig der Lohn dafür blieb aus.

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