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Fußball: Regionalliga West

Kein Sieger zwischen Preußen Münster und dem Wuppertaler SV

Münster

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit lag an diesem Sonntag exakt ein Treffer – der hätte dem SC Preußen Münster einen enorm wichtigen 1:0-Erfolg über den Wuppertaler SV beschert. Nur fiel dieses eine Tor in diesem Spiel nicht und so musste beide Teams die Punkte teilen.

Von Alexander Heflik

Nichts für Fußball-Feingeister: Der engagierte Joshua Holtby versuchte 90 Minuten lang Ordnung ins Preußen-Spiel zu bekommen, blieb aber oft in die vielbeinigen und rustikalen Verteidigung der Gastgeber hängen. Foto: Jürgen Peperhowe

An Tagen wie diesen sind die sogenannten Spitzenspiele – ja, das kann man so sagen – ganz schwere Kost. Im Schach hätte man sich nach einigen Zügen auf ein Remis geeinigt. In der Politik würde man wissen, dass das ein Patt ist und die zukunftsweisende Dinge wie eine Regierungsbildung sich strecken dürften. Entscheidung vertagt, der Profiteur ist dann meist eine dritte Partei.

Nach dem 0:0 zwischen Preußen Münster und dem Wuppertaler SV vor 4778 Zuschauern war das wohl RW Essen (2:1-Sieg in Lippstadt). Die Verfolger hatten die Punkte geteilt, der Vorsprung von RWE in der Regionalliga West wächst.

Küsters hoch zufrieden mit dem WSV

Also gehörte eines der ersten Worte nach der Nullnummer vom Sonntag dem Ex-Preußen und WSV-Sportchef Stephan Küsters: „Ich fand, wir waren fußballerisch die bessere Mannschaft. Mit dem Punkt können wir besser leben als der SCP.“ Wuppertal spielte das, was den SCP bereits mehrfach in dieser Saison ereilte, und was auch eine Art Verneigung vor dem Potenzial des SCP ist – Wuppertal spielte giftig, eklig, kompromisslos, hart, und das durchaus auch auf Kosten der eigenen Spielidee und fußballerischen Qualität. Den Gastgebern fiel dazu wenig ein, und natürlich bemühte keiner die Ausrede, dass Mittelfeldspieler Dennis Daube mit einem Kreuzbandriss die Statik von Münsters Spielanlage verändert hat.

Hildmann findet klare Worte

Trainer Sascha Hildmann nahm kein Blatt vor den Mund. Wieso? „Wir hatten unsere Möglichkeiten, aber im letzten Drittel konnten wir uns nicht wirklich durchsetzen. Mit dem 0:0 müssen wir leben.“ Nach dem 2:3 gegen Essen war das die zweite Partie gegen eine Topmannschaft in dieser noch jungen Saison, die nicht gewonnen werden konnte. Gerade seine Routiniers lieferten nicht. Hildmann: „Wenn zwei, drei, vier Spieler es nicht schaffen, auf ihre Normalform zu kommen, dann muss man mit dem Ausgang zufrieden sein.“ Er meinte wohl Julian Schauerte oder Gerrit Wegkamp, vielleicht auch Alexander Langlitz.

Schulze Niehues Retter in der Not

In diesem ruppigen, intensiven Aufeinandertreffen bewahrte Torwart Max Schulze Niehues mit zwei Glanzparaden gegen den Kopfball von Lion Schweers (8.) sowie Semir Saric (68.) die Hausherren vor einem vermutlich die Niederlage bringenden Rückstand. Andererseits verpasste der SCP die Führung in einer klassischen 1:0-Partie, in der das erste Tor alles entscheidet. Simon Scherder (13.), noch einmal der Abwehrmann (17.), Luke Hemmerich (26.), Alexander Langlitz (54.) und Nicolai Remberg (72.) – das hörte sich nach einem Chancenplus für Münster an, war es auch, aber der SCP hatte nicht nur etwas an Zug und Durchsetzungskraft zuletzt verloren, sondern auch an Effektivität.

Kein „Daube-Blues“

„Das war ein starker Gegner“, befand Kapitän Julian Schauerte. Und: „Was RW Essen macht, ist mir egal. Bei so wenigen Chancen muss man mit dem 0:0 leben.“ In der Mixed Zone war gerade der lädierte Schlüsselspieler Daube vorbeigehumpelt, was letztlich auch den Finger in die Wunde legte. Die Preußen müssen nun auf die Schnelle eine neue Hierarchie zusammen zimmern. Der „Daube-Blues“ muss ausfallen, Wehklagen hilft nicht. „Ja, das tut wieder weh, so ein 0:0. Alle Gegner spielen gegen uns ekelig“, erklärte Remberg. Der 21-Jährige ist nun der alleinige Chef im Mittelfeld, seine Dynamik und sein Einsatzwille, trotz einiger Fehler, sind bemerkenswert. Er stellte aber auch klar, und das ist eine Botschaft an alle Zweifler, dass die Preußen demnächst wieder anders liefern werden. Remberg: „Hoffentlich schon am Freitag.“ Dann geht es zu einem weiteren Mitbewerber um Titel und Aufstieg, Fortuna Köln. Denn, so die Nummer 21 der Preußen, das Rezept hätte das Team längst intus und wisse, wie das geht: „Wir müssen einfach nur spielen, spielen, spielen.“ Guter Plan.

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