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Fußball: Preußen Münster

Milenko Gilic wappnet sich für die Zukunft

Münster

Sein Vertrag läuft Ende des Monats aus. Noch hat Milenko Gilic keine neue Aufgabe als Torwarttrainer gefunden. Aktuell gönnt er sich etwas Ruhe und bereitet sich auf die Prüfung seines Torwart-Diploms vor. Außerdem verfolgt er mit Spannung die EM.

Von André Fischer

Hoch angesehen bei Preußens Nummer eins, Max Schulze Niehues (rechts): Torwarttrainer Milenko Gilic hatte stets einen guten Draht zum Preußen-Schnapper – beide liegen auch Foto: Jürgen Peperhowe

Die Wege trennen sich. Zum 30. Juni läuft das Arbeitspapier von Preußen Münsters Torwarttrainer Milenko Gilic aus. Aktuell genießt der 49-Jährige ein paar freie Tage in seiner Heimat Hamm. Nach intensiven und schönen Jahren fühlt er sich bereit für eine neue Herausforderung.

Herr Gilic, was ist das für ein Gefühl, die Beine einfach mal hochzulegen?

Gilic: Das kann ich gar nicht. Für die freie Zeit, die mir bleibt, hat mir meine Frau einen großen Zettel geschrieben, was rund um unser Haus alles zu tun ist.

Aber Sie werden doch sicher ein paar Tage Urlaub machen.

Gilic: Wenn hier alles fertig ist, haben wir das vor. Wo genau, wissen wir noch nicht. Mir ist einfach nach etwas Ruhe, ich möchte viel lesen und etwas Schönes essen.

Haben Sie sich denn schon piksen lassen?

Gilic: Ja, ich habe einen pflegebedürftigen Familienangehörigen und bin bereits geimpft worden.

Das Thema ist ein sensi­bles. Sollten Profis in der Impfreihenfolge generell eine Sonderstellung bekommen? Anders formuliert: Vorfahrt für Leistungs- und Olympia-Sportler?

Gilic: Nein, ich sehe keinen Grund, warum dieses Klientel bevorzugt behandelt werden sollte.

Sie machen derzeit Ihr Torwart-Diplom. Geht es künftig höher hinaus?

Gilic: Ich richte meinen Fokus nun auf die nächsten Teilziele. Im April habe ich meine Diplomarbeit beim Deutschen Fußball-Bund eingereicht. Die Zeit bis zur Prüfung im September werde ich für weitere Fortbildungen und Hospitationen nutzen, um die nächste Tätigkeit gut vorbereitet anzugehen. Wo das sein wird, weiß ich heute noch nicht. Auch künftig möchte ich meine Fähigkeiten und erworbenen Kompetenzen in einem Team einbringen, um gemeinsam Fortschritte zu erzielen und als Club erfolgreich zu sein.

Bei wem würden Sie gern hospitieren?

Gilic: Die PSV Eindhoven wird Anfang Juli in der Klosterpforte bei Marienfeld ihr Trainingslager abhalten. Dort würde ich ganze gerne den Beteiligten auf die Finger schauen. In Leipzig bei Torwarttrainer Frederik Gößling würde ich auch gerne hospitieren. Zu ihm habe ich noch einen guten Draht.

Mit dem Bielefelder Stefan Ortega steht einer Ihrer alten Schützlinge auf Abruf für die Europameisterschaft bereit. Eine Überraschung?

Gilic: Die Nachricht hat mich nicht sonderlich überrascht, nachdem sowohl Marc-André ter Stegen als auch Oliver Baumann verletzungsbedingt ausgefallen sind. Stefan hat in den letzten beiden Jahren konstant gute Leistungen erbracht. In der Bundesliga spielen viele ausländische Torhüter. Zur Auswahl blieben nicht mehr viele deutsche Torhüter, die regelmäßig auf hohem Niveau gespielt haben.

Haben Sie noch Kontakt – und ihm gratuliert?

Gilic: Ich pflege zu den von mir in der Vergangenheit betreuten Sportlern Kontakt und habe Stefan natürlich telefonisch gratuliert.

Wie bewerten Sie ein Turnier, das erstmals in elf Ländern ohne Gastgeber ausgetragen wird?

Gilic: Ich finde es äußerst interessant, da jeder Gastgeber bestrebt sein wird, sich und das Spiel bestmöglich zu präsentieren.

Sie haben kroatische Wurzeln, viel Verwandtschaft in Split. Was macht Sie so sicher, dass Luka Modric und Co. nach der Auftaktniederlage gegen England doch noch weiterkommen?

Gilic: Die Kroaten haben gegen eine starke englische Mannschaft verloren. Verdient. Die Tschechen und Schotten als weitere Gruppengegner sind schlagbar. Ich denke, die Reise geht weiter.

Wer krönt sich denn am 11. Juli zum König von Europa?

Gilic: Die Antwort auf die Frage ist nicht einfach. Ich denke, der Kreis von guten Mannschaften ist bei dieser EM recht groß. Ich wünsche mir Deutschland oder eben Kroatien im Finale.

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