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Fußball: Kreis Münster

Mittelmaß oder Leuchtturm – Carsten Cramer bezieht klar Position

Münster

Carsten Cramer ist seit knapp vier Jahren Geschäftsführer beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Seine Wurzeln hat der 52-Jährige in Münster. Auf Einladung des Fußball-Kreises stand er im VIP-Raum des SC Preußen Münster Rede und Antwort. Die Gäste erlebten einen unterhaltsamen Abend und einen Protagonisten, der klare Kante zeigte.

Von Wilfried Sprenger

Wich beim Talk im Preußen-VIP-Raum keiner Frage aus und zeigte klare Kante: BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer. Norbert Krevert, Vorsitzende des Fußballkreises, hatte den 52-Jährigen eingeladen. Foto: Jürgen Peperhowe

Heimspiel für Carsten Cramer. Auf Einladung des Fußballkreises Münster mit „Chef“ Norbert Krevert an der Spitze stellte sich der Geschäftsführer des Bundesligisten Borussia Dortmund am Montagabend im VIP-Raum des SC Preußen Münster einem kurzweiligen Frage-und-Antwort-Spiel.

Nach 90 Minuten ging es in die Nachspielzeit – und auch dort blieb der eloquente Gast, der in Münster seine Wurzeln hat und mit seiner Familie in Gievenbeck wohnt, keine Antwort schuldig. Sehr klar bezog der 52-Jährige auch zu münsterischen Themen Position. Cramer ...

... zur seit drei Jahrzehnten geführten Stadion-Diskussion: „Ich bin der Meinung, dass der Stadt ein neues Stadion unfassbar guttun würde. Es wäre ein Leuchtturmprojekt. Aber ich weiß, dass sich Münster mit Leuchtturmprojekten immer schwertut. Wir wollen an vielen Stellen ja lieber Durchschnitt und Mittelmaß haben. Wenn wir weiter so vor uns hinwurschteln wollen, dann passt eigentlich das aktuelle Stadion ganz gut. Aber im Ernst: Ich wünsche mir, dass Münster den Mut hat, etwas Besonderes zu schaffen, damit man in der Stadt auch etwas hat, auf das man stolz sein kann.“

... zum sportlichen Wert eines neues Stadions: „Eine gute Infrastruktur – dazu zähle ich auch gute Trainingsmöglichkeiten und ein Nachwuchsleistungszentrum – ist ein wesentlicher Baustein, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen. Sie macht einen Verein attraktiver, die Preußen würden davon 100-prozentig profitieren. Allerdings darf man nicht alle Hoffnungen nur auf das Stadion setzen, das ist in anderen Städten auch schon einmal böse schiefgelaufen.“

... zur Jugendarbeit beim SC Preußen unter schwierigen Bedingungen. A- und B-Junioren spielen seit Jahren in der Bundesliga, die U 16 in der Westfalenliga und die U 15 in der Regionalliga: „Das ist herausragend. Ich ziehe den Hut davor, welche Relevanz die Jugendarbeit bei den Preußen hat. Es ist allerdings schade – und da komme ich zurück zur Politik –, dass dies so wenig Wertschätzung erfährt. Ich habe Riesenrespekt vor dem Schaffen und der Leistung der Preußen. Aber da ist auch wieder das Zeichen, dass der Sport in der Stadt keine große Lobby hat.“

... zu einem Angebot des Kreisschiedsrichter-Obmanns Philipp Hagemann, seine frühere Schiedsrichter-Tätigkeit für den FC Osthuesheide (Cramer war Gründer des Clubs) nach einem Crash-Kurs wieder aufzunehmen. Cramer hatte im Zuge des Talks den Platzverweis des Dortmunder Profis Mahmoud Dahoud im Spiel in Mönchengladbach kritisiert: „Ich würde diesen Kelch ganz gern an mir vorbeigehen lassen. Ich habe den Schein vor 25 Jahren beim FC Osthuesheide ja nicht aufgrund außergewöhnlicher Fähigkeiten gemacht, sondern weil wir Gefahr liefen, das Schiedsrichter-Soll zu verfehlen und dies uns die Teilnahme an Stadtmeisterschaften gekostet hätte. Ich bin nicht ganz unglücklich gewesen, dass ich diese Tätigkeit irgendwann aufgeben konnte. Von daher würde ich auf das Angebot zurückkommen, wenn ich nicht mehr im aktiven Fußball-Geschehen unterwegs bin.“

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