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Müller zündet als Joker: «Kleine Explosion» beim Siegtor

Skopje (dpa)

Sein 40. Länderspieltor erzielt Thomas Müller in ungewohnter Rolle. Es entspringt einer Münchner Koproduktion. Der Matchwinner lobt das Hamburger Publikum und reist mit klaren Zielen nach Nordmazedonien.

Von Klaus Bergmann und Jan Mies, dpa

Funktioniert auch als Joker: Thomas Müller bejubelt sein Tor zum 2:1 gegen Rumänien. Foto: Marcus Brandt/dpa

Die Joker-Rolle ist eigentlich nicht das Ding von Thomas Müller. Aber beim leidenschaftlich erschufteten 2:1 gegen Rumänien füllte sie der Bayern-Stammspieler im Deutschland-Trikot überragend aus.

Als umjubelter Matchwinner im Volksparkstadion konnte es der 32 Jahre alte Angreifer verschmerzen, dass er erstmal von der Ersatzbank aus zuschauen musste. Ende gut, alles gut, resümierte Müller: «Dadurch, dass ich beim ersten Lehrgang unter Hansi Flick nicht mitspielen konnte, war das ein zuckersüßes Kurz-Comeback.» Am Montag (20.45 Uhr/RTL) will Müller in Skopje gegen Nordmazedonien wieder von Anfang an auf dem Platz sein.

«Einfach nur reinschieben, das kann er»

Gegen Rumänien tauchte er in der 81. Minute im richtigen Moment am richtigen Ort auf, um eine bayerische Koproduktion erfolgreich zu vollenden. Geschickt schlich er sich beim Eckball von Joshua Kimmich von allen Gegenspielern weg. Leon Goretzka verlängerte mit dem Kopf - und Müller staubte erfolgreich ab. «Leon trifft ihn perfekt auf den zweiten Pfosten, dann habe ich ihn reingedrückt - war geil», schilderte Müller seinen Glücksmoment.

Bayern-Kollege Serge Gnabry, Schütze des 1:1, scherzte über Müllers Qualitäten als Abstauber: «Einfach nur reinschieben, das kann er.» Müller spürte vor allem Erleichterung. «Als überlegene Mannschaft muss man immer weitermachen und hoffen, dass einer reinfällt. Wir haben einen langen Atem benötigt», sagte der Wortführer des Teams.

Es wächst wieder etwas zusammen

Erstmals müllerte es bei Flick in dessen Funktion als Bundestrainer. Vor den ersten drei Siegen unter dem Ex-Bayern-Coach war Müller wegen einer Oberschenkelblessur abgereist. Und gegen Rumänien setzte der Bundestrainer am Freitagabend zunächst auf den Dortmunder Marco Reus auf der Zehner-Position. «Wir haben nicht nur die Zehner-Position gut besetzt. Wir haben viele Positionen gut besetzt und können nachlegen», schilderte Flick und schürte den Konkurrenzkampf.

Müller sah in den 66 Minuten als Zuschauer auf der Bank «ein sehr engagiertes Spiel» der Kollegen. Nur die Belohnung in Form der Tore fehlte lange. Ein Kompliment machte er dem Hamburger Publikum, das nicht murrte, sondern die Mannschaft immer weiter unterstützte. «Als das 2:1 fiel, war da schon eine kleine Explosion», schwärmte Müller.

Es wächst wieder etwas zusammen, findet der Weltmeister von 2014: «Man hat die Verbindung gespürt. Die Fans waren dabei. Wir haben das auf dem Spielfeld sehr genossen», schilderte Müller. Und so nimmt er eine wertvolle Erfahrung mit nach Nordmazedonien: «Wir wissen, selbst wenn wir mal in Rückstand geraten, muss nicht alles zusammenbrechen.»

Das blamable 1:2 gegen die Mazedonier im Hinspiel erlebte er übrigens noch komplett als Zuschauer. Flick-Vorgänger Joachim Löw holte den 2019 ausgemusterten Müller erst nach der Niederlage in Duisburg zur EM ins DFB-Team zurück. Jetzt ist der 107-malige Nationalspieler dort wieder ein fester Bestandteil. Und Müllers nächstes Ziel ist die WM 2022. «Das wäre schön», sagte er zur möglichen Qualifikation schon in Skopje: «Der Trainer hat das Ziel ganz klar vorgegeben. So schnell wie möglich wollen wir das Ziel erreichen. Das fordern wir von uns.»

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