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Fußball: Regionalliga West

Preußen brauchen jetzt zwingend eine Siegesserie

Köln

Droht jetzt schon dem SC Preußen das Aus im Titelrennen? Nach dem 2:3 bei Fortuna Köln ist der SCP zur Trendwende praktisch verpflichtet in den nächsten Wochen. Münster ist nur noch Fünfter, im Spitzenspiel trennten sich RW Essen und RW Oberhausen 1:1 - ein kleines Trostpflaster für die Preußen

Von Alexander Heflikund

Zusammen bleiben, zusammen durch die Phase mit ersten Krisenanzeichen: der Preußen-Tross nach dem 2:3 von Köln Foto: Jürgen Peperhowe

Als ob die 2:3-Niederlage im Verfolgerduell bei Fortuna Köln am Freitag nicht ausreichend gewesen wäre – durch den um 15 Minuten verspäteten Anpfiff geriet so mancher Preußen-Anhänger auch noch verkehrstechnisch in die Bredouille. Um 21.29 Uhr war Abpfiff, wer dann gefrustet nicht die Verkehrsnachrichten verfolgte oder die Navigation ignorierte und nicht über die A3 auswich, der musste auf der ab 22 Uhr gesperrten A1 einen zähen Umweg rund um Wuppertal fahren. Wuppertal, ausgerechnet auch noch Wuppertal, wo der WSV beheimatet ist, gegen den der SCP zuletzt auch nur 0:0 gespielt hatte. Ein Freitag zum Vergessen, die Preußen müssen sich unter den potenziellen fünf, sechs Titelanwärter aktuell ganz hinten einreihen. Statt einer nächtlichen Tabellenführung verlieren die Adlerträger das ganz große Saisonziel Stück für Stück aus den Augen.

Dicke Bretter für die Preußen

Da war noch der größte Trost, dass sich tags drauf RW Oberhausen und RW Essen 1:1 trennten. Beide Teams haben noch ein Nachholspiel zu bestreiten, Essen kann auf sieben Punkte dann davonziehen, Oberhausen mit sechs Zählern. Das sind schon dicke Bretter, die die schwächelnden Preußen zu bohren haben.

Deren Problem Nummer eins: nur sechs Punkte aus den letzten sechs Partien – zu wenig für eine Top-Elf.

Problem Nummer zwei: kein Sieg bislang gegen ein Spitzenteam, der Punkt gegen Wuppertal war zu wenig, die beiden 2:3-Pleiten gegen Essen und Fortuna Köln überhaupt keine Hilfe.

SCP nicht auf Betriebstemperatur

Problem Nummer drei: In Köln nun, auch wenn es Trainer Sascha Hildmann anders sah, war der SCP anfangs nicht auf Betriebstemperatur, erst nach 20, 25 Minuten wurde es besser. Und, was zumindest für die Münsteraner sprach, nach dem 1:1 durch Alexander Langlitz kurz vor der Pause blieben sie am Drücker und schienen Mitte der zweiten Halbzeit auf einem guten Weg – ehe Ex-Preuße Dominik Lanius mutterseelenallein das 2:1 nach 72 Minuten köpfte. Die Vorentscheidung, 40 gute Minuten reichen halt nicht für den großen Wurf.

„Wir kassieren wieder zwei Treffer nach Standardsituationen, beim 0:1 ist es ein Einwurf, beim 1:2 eine Ecke“, haderte Hildmann mit seinen Schützlingen. „Wir haben eigentlich wenig zugelassen, aus dem Spiel fast alle Chancen der Kölner weggefressen.“ Nun ja, die Fortuna war halt deutlich effektiver als der SCP, der aus seinen fünf Qualitätschancen zu wenig machte, der Anschlusstreffer von Deniz Bindemann kam zudem zu spät. Die Fehler, die sich der SCP im Defensivverbund erlaubte, zeugten vor allem von fehlendem Fokus.

Trendwende gegen Düsseldorf II?

Und jetzt? Am Samstag kommt Fortuna Düsseldorf II, ein Überraschungsteam in der Spitzengruppe. Ein Sieg ist Pflicht für den SCP. Danach müssen viele Zähler in Partien gegen Homberg, Bonn, Schalke II und Lippstadt gehamstert werden.

Nennt man das Druck? Vermutlich ja, aber eine Erfolgs-, besser noch Siegesserie ist der Auftrag. Das Programm gibt das her für ein Spitzenteam. Das ist selbst für diesen von Verletzungen gebeutelten Kader keine „mission impossible“, kein übergroßer und utopischer Auftrag. Eine Trendwende muss her, mit Macht, alles andere führt in eine Krise.

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