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Fußball: Regionalliga

Preußen erobern Platz an der Sonne zurück

Oberhausen

Da waren es nur noch drei: Im viertletzten Saisonspiel siegt Regionalligist Preußen Münster mit 3:0 bei RW Oberhausen und erobert sich die Spitze der Liga zurück und heizt das Fußballfieber in Münster weiter an.

Von Alexander Heflik

Der Jubel nach Spielschluss war am Sonntag bei den Preußen in Oberhausen groß. Foto: Jürgen Peperhowe

Nicht einmal für 48 Stunden war die Tabellenführung ausgeliehen. Dann zeigte der SC Preußen Münster, warum er das alleinige Recht für sich in Anspruch nimmt, Spitzenreiter der Regionalliga West zu sein. Warum diese Mannschaft aufsteigen will. Und vor allem das Format hat, dieses in die Tat umzusetzen. In die 3. Liga, da wollen die Preußen hin, alle, jetzt. Das Topspiel bei RW Oberhausen geriet zu einer Machtdemonstration der Zöglinge von Trainer Sascha Hildmann. Es war in Anbetracht der Gesamtlage vielleicht das beste Saisonspiel des SCP, voller Verve, voller Leidenschaft, genau hier in Oberhausen. In Worten: Drei zu Null, 3:0 gewann Münster. 80 Punkte hat dieses Team gesammelt, die Tordifferenz zu RW Essen (78 Punkte) gleichgestellt, fantastisch gespielt, alles richtig gemacht. Geht da was? Da geht eine ganze Menge.

Herausragende erste Halbzeit

Am Dienstag wurde gegen Fortuna Köln 1:0 gewonnen, zwei Tage später der Sieg über RW Essen vom Verbandsgericht bestätigt, nun die Gala von Oberhausen. Es warten KFC Uerdingen, der SC Wiedenbrück und der 1. FC Köln II, mit drei Siegen steigt der SCP schlicht und ergreifend auf. Oberhausen war mehr als nur ein Appetithäppchen. „Das war ein Superspiel von uns. Wir hatten uns natürlich viel vorgenommen“, sagte Hildmann nach der Partie, seine Spieler feierten immer mit den Fans in diesem Moment. Um dann gleich den Takt für die letzten drei Punktspiele vorzugeben: „Wir lassen keine Luft an die ganze Sache, wir bleiben seriös und schauen nur auf den nächsten Freitag und Uerdingen.“ Abheben? verboten. Träumen? Erlaubt. Mission? Weitermachen.

Die Preußen spielten eine wirklich herausragende erste Halbzeit. Die Hausherren kamen erst nach 42 Minuten gefährlich vor das SCP-Gehäuse, doch nach einem Fehler von Henok Teklab hämmerte Jerome Propheter den Ball an die Latte – Max Schulze Niehues wäre machtlos gewesen. Und es wäre ein Ausgleich der unverdienten Art gewesen. Denn davor dominierte der SCP im Stile einer Klassemannschaft das Geschehen. Eine Serie von guten Angriffen initiierte das Mittelfeld, vielleicht der einzige Schwachpunkt dabei, dass nur wenige handverlesene Chancen heraussprangen.

Schwadorf erste Wahl und erster Schütze

RWO hielt mit einer Vielzahl harter Tacklings dagegen, aber beim Führungstor der Preußen waren die Gastgeber machtlos. Eine Flanke von Julian Schauerte köpfte Jules Schwadorf abgeklärt ins Tor nach 20 Minuten. „Das ist lange her, ein Kopfballtor von mir“, sagte er. Und: „Aber viel wichtiger ist die gesamte mannschaftliche Leistung von uns, das ist außergewöhnlich im Moment.“

Ausgerechnet Schwadorf, ein filigraner Fußballer, der gerne mit sich und allen anderen hadert. Vielleicht war er auch ein Wackelkandidat für die Startelf, aber Hildmann hatte den richtigen Riecher, und Schwadorf das Köpfchen. Münster führte mit 1:0, hatte gerade auf der linken Seite durch Teklab Qualitätschancen. Münsters Nummer 32 hatte Pech nach 32 Minuten, als er nur den Pfosten traf – RWO-Keeper Justin Heekeren hatte noch die Finger entscheidend an den Ball bekommen. Als Robin Ziegele in der Nachspielzeit in einen Freistoß von Luke Hemmerich reinrutschte, aber der Ball knapp am Tor vorbeiging, waren spektakuläre 45 Minuten vorbei. Einzig, dass es nur 1:0 für Münster stand, überraschte.

Pfostengeklapper

Doch die Show ging direkt weiter, weil Gerrit Wegkamp eine Maßarbeit von Teklab nicht im Tor unterbrachte und an den Pfosten donnerte. Im Gegenzug, immer noch die 51. Minute, traf Propheter aus 25 Metern zum zweiten Mal das Aluminium. So nah lagen das 2:0 für Münster und das 1:1 auseinander. Immer noch wäre ein Ausgleich ein Geschenk des Himmels an Rot-Weiße gewesen – die in Oberhausen wie auch die in Essen.

Doch der SCP blieb dran gegen jetzt fast gleichwertige Gastgeber. Ein echtes Spitzenspiel, hin und her, auf und ab. Doch am Drücker war fast nur der SCP, Powerfußball pur.
Der eingewechselte Deniz Bindemann hatte das 2:0 auf dem Fuß, legte sich den Ball zu weit vor und traf Keeper Heekeren. Sechs Minuten später dann das längst fällige 2:0, weil Nicolai Remberg von eben diesem Heekeren beim Solo aus der Balance gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte platziert Henok Teklab, der einfach einer überragende Partie spielte. Nach 75 Minuten war der SC Preußen endgültig in der Spur – und schickte beste Grüße nach Essen. Teklab, an diesem Tag nicht aufzuhalten, bereitete noch das 3:0 vor, Bindemann musste den Ball nur über die Linie drücken. Perfekt. Bessert geht das nicht.

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