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Fußball: Regionalliga West

Preußen können sich auf Qualität von der Bank verlassen

Münster

Volle Hütte, volle Punktausbeute – für Preußen Münster lief es gegen Fortuna Köln im Nachholspiel wie am Schnürchen. Dank der Klasse, die auch von der Reservebank kam, aber auch weil das Zusammenspiel mit dem Publikum funktionierte und die Abwehr mal wieder dicht hielt.

Von Thomas Rellmann

Augenblicke, die unter die Haut gingen. Die Preußen ließen sich am Dienstagabend von über 10.000 Fans feiern. Foto: Jürgen Peperhowe

Für einen Jungen, der nur ein, zwei Steinwürfe entfernt von der Hammer Straße aufgewachsen ist, müssen Momente wie diese alles bedeuten. Deniz Bindemann, Siegtorschütze im weichenstellenden Duell von Preußen Münster mit Fortuna Köln, aber beschrieb die Sekunden nach seinem 1:0 und die spätere Ehrenrunde gewohnt ruhig und sachlich. „Vor so vielen Fans habe ich noch nie gespielt. Natürlich ist es schön, dann einen zu machen. Auch nach so einem Spiel macht es Spaß. Die Leute auf der Tribüne sind gut abgegangen.“ Seinen Treffer nannte der 19-Jährige den „wahrscheinlich wichtigsten in meiner Laufbahn bisher“.

Sascha Hildmann

Dem Sturmtalent kam es vielleicht sogar entgegen, diesmal – anders als in den vergangenen Wochen – von der Bank zu kommen. „Vermutlich hat das auch etwas geholfen. Es ist völlig okay, wenn wir uns vorne drin abwechseln, wir haben ja einige super gute Angreifer.“ Sein Trainer hatte es sogar genau so geplant, wie er verriet. „Wir hatten vorher abgesprochen, dass wir Gerrit Wegkamp durchpowern lassen und dann Deniz kommt, der schnell und beweglich ist“, sagte Sascha Hildmann. „Wir brauchten in dem Moment Geschwindigkeit, weil wir beim Anlaufen etwas langsamer wurden. Der Gegner hat hinten gut gespielt, so konnten wir Druck aufbauen.“ Die langen Fortuna-Verteidiger wie Jannik Löhden jagten Bindemann keine Angst ein. „Als Gegenpart war er gar nicht so schlecht, er ist ja quirlig, unangenehm und torgefährlich“, befand sein Coach.

Irgendwie war es fast logisch, dass diesmal der Sieg von der Bank kam. Denn so prominent waren die Ersatzspieler selten, auch Thorben Deters und der neun Monate verletzte Manfred Kwadwo entfachten in der letzten halben Stunde Wirbel. Namen wie Manuel Farrona Pulido oder Darius Ghindovean kamen gar nicht erst zum Zug. Dieser Punkt steigerte die Zuversicht für die kommenden Wochen. Denn ein paar Variationen, vielleicht auch mal eine Rotation – das kann Gold wert sein.

Mehr Zuschauer als in Essen

Sonntag schon geht es zu RW Oberhausen. „Das wird ein ganz ähnliches Ding“, sagte Hildmann, der sich dann erneut viel Unterstützung der Anhänger erhofft. Bislang sind gut 1100 Tickets an Münsteraner verkauft. Am Dienstag waren 10 883 Anhänger im Stadion und damit sogar 760 mehr als parallel in Essen.

„Die Zuschauer waren wieder super“, sagte der Pfälzer. „Wenn alle anfangen zu singen ... Wahnsinn! Da marschieren meine Jungs alle einen Meter mehr. Und ich hatte den Eindruck, dass sie trotz der Kulisse null nervös waren.“ An der Vorstellung seiner Mannschaft hatte der 50-Jährige einmal mehr nichts auszusetzen. „Wir haben top verteidigt und wieder fast nichts zugelassen, obwohl wir vorne hohes Risiko gegangen sind. Die größeren Chancen lagen auch eindeutig bei uns.“ An die allerletzte von Alexander Langlitz, der aus drei Metern über das leere Tor schoss, wollte Hildmann am liebsten nicht denken. „Heidewitzka – da hätte er uns einiges ersparen können.“

Als Tabellenführer lassen sich solche Szenen besser ertragen. Der Trainer kündigte dennoch an: „Ich werde wieder die ganze Nacht wach liegen.“ Vermutlich tat er das wenigstens lächelnd.

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