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Fußball: Regionalliga West

Preußen machen Schritt nach vorn – nur nicht bei der Chancenverwertung

Münster

Das Wichtigste waren die drei Punkte für Preußen Münster. Das Zweitwichtigste ein souveräner Auftritt, der Lust auf mehr machte. Doch kleine Unzulänglichkeiten bot auch das 2:0 gegen Fortuna Düsseldorf II. Vor allem im Torabschluss.

Von Thomas Rellmann

So feierten die Preußen ihren Keeper Max Schulze Niehues nach dem gehaltenen Elfmeter. Foto: Sebastian Sanders

Gerecht geht es im Profibusiness selten zu. Das bekamen die Preußen am Samstag zu spüren, als sie mit einem reifen und deutlich verbesserten Aufritt Fortuna Düsseldorf II mit 2:0 (1:0) auf Abstand gehalten hatten. Negativtrend abgewendet, Anschluss halbwegs gewahrt, Spielfreude zurückgeholt – alles schön und gut. In den Katakomben drehten sich die Gespräche jedoch um das 11:0 von Spitzenreiter RW Essen beim KFC Uerdingen. „Wahnsinn“, staunte selbst Coach Sascha Hildmann, ganz ohne Wertung.

Längst sind die Münsteraner nicht mehr Gejagte, sondern Jäger. Dass sie diese Rolle behalten und wieder etwa Ruhe an der Hammer Straße einkehrt, stellten sie immerhin im Verfolgerduell sicher. „Wir sind marschiert, waren fleißig, hatten ein gutes Positionsspiel. Die meisten Dinge haben wir bestens umgesetzt“, befand der Trainer. Eine Sache nervt ihn allerdings weiter kolossal. „Es geht wieder um die Chancenverwertung. Der Deckel muss früher drauf“, sagte er.

Teklab schnappt sich den Ball

Die Liste der ausgelassenen Szenen ist lang. Nicolai Remberg (16.) vor der Pause und dann Gerrit Wegkamp (57.), Alexander Langlitz (59.), Jannik Borgmann (60.), Julian Schauerte (69.) und schließlich Thorben Deters in der Schlussphase (78., 88., 90.+1) gingen teils fahrlässig mit besten Gelegenheiten um oder scheiterten am hervorragenden Gäste-Keeper Dennis Gorka. Darüber ließ sich am Ende hinwegsehen, weil Henok Teklab nach Foul von Nikell Touglo an Remberg per Elfmeter traf (42.) und Wegkamp eine Deters-Flanke aus vollem Lauf mit einem Kopfballtor veredelte (69.).

Drei Fragen an Nicolai Remberg

Die Schlüsselszene fand jedoch vor dem SCP-Kasten statt. Zwar kamen die Rheinländer ansonsten nur zu einem Schuss auf die Querlatte von Tom Geerkens (31.), aber der Strafstoß, den Marcel Hoffmeier gegen Tim Köther verursachte, hätte sie kurz nach dem Rückstand und mit dem Pausenpfiff fast zurückgeholt. Doch Keeper Max Schulze Niehues parierte klasse gegen Can Özkan (45.+1). „Glück gehört dazu, ich hatte die richtige Ecke. Direkt vor der Halbzeit den Ausgleich zu verhindern, war wichtig“, so der 32-Jährige. „Wir haben gut verteidigt, wenig zugelassen, hatten viele Chancen.“ Er hatte recht, Feuer und Dominanz waren gerade im zweiten Durchgang bemerkenswert.

Hoffmeier in Homberg gesperrt

Vor der Pause hatte allerdings die Dreierkette noch so ihre Probleme mit dem Düsseldorfer Anlaufen, dazu gesellten sich unnötige Ballverluste. Auch die Umschaltbewegung klemmte etwas. „Teilweise waren wir da unsauber, haben zurück- statt in den Vorderfuß gespielt, dadurch war Tempo raus“, so Hildmann. „Die Kontrolle hatten wir trotzdem.“ Auffällig war zudem das Ungleichgewicht auf den Flügeln. In Hälfte eins kam Dampf über links mit Teklab und Luke Hemmerich, später legte Julian Schauerte rechts zu. Hildmann: „Das ergibt sich manchmal aus dem Spiel. Die Eröffnung war erst auf der einen, dann auf der anderen Seite besser.“

Der Pfälzer räumte ein, dass die Anfangsphase etwas träge und von vielen Ungenauigkeiten geprägt war, ehe die Preußen das Zepter an sich rissen. „Wir mussten aber hellwach bleiben. Nach der Pause wollten wir unbedingt aufs zweite Tor gehen.“ Dieser Plan ging auf. So gelang der erste Heimsieg seit August, die bedrohliche Tendenz ist abgewürgt. Die nächsten Aufgaben führen zu Clubs der unteren Hälfte – und bieten neue Chancen.

Chance für Klann und Borgmann

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