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Fußball: Westfalenpokal-Halbfinale

Preußen Münster bucht das Pokalfinale

Münster

Gibt es irgendetwas an diesem Pokalauftritt des SC Preußen Münster auszusetzen? Vielleicht, dass nur 2326 Zuschauer diese Galavorstellung sahen. Die kamen dafür aber voll auf ihre Kosten beim 3:0-Sieg des Regionalligisten gegen Drittligist SC Verl – und feierten den Einzug ins Finale des Westfalenpokals.

Von Ansgar Griebel

Nach zwei Minuten der erste Preußen-Jubel Foto: Jürgen Peperhowe

Die Preußen waren am Dienstagabend eigentlich gar nicht dabei. Doch als Ligakonkurrent RW Essen bei RW Oberhausen (1:1) endlich seine Spiel-Schulden einlöste und den SCP auch in der bereinigten Tabelle nicht vom Platz an der Sonne schubsen konnte, hat das spürbar neue Kräfte frei gesetzt. Leidtragender des Zusatzschubs in der Liga war am Mittwochabend Pokalgegner SV Verl. Der Drittligist blieb gegen fulminante Gastgeber nahezu chancenlos und musste sich mit einem noch schmeichelhaften 0:3 (0:2) geschlagen geben.

Von einem Klassenunterschied war nichts zu spüren. Der wäre ohnehin beim Blick auf die Tabellen schnell als Etikettenschwindel entlarvt worden: Der 17. der 3. Liga war zu Gast beim Regionalliga-Spitzenreiter – würde man diese Tabellenstände bis zum Saisonabschluss einfrieren, dann tauschten beide Teams in der kommenden Saison die Ligen. Und genau so entwickelte sich dieser Pokalfight von der ersten bis zur letzten Minute – im wahrsten Sinne des Wortes.

Furioser Auftakt

Noch nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, als Alexander Langlitz auf der rechten Seite den Ex-Preußen Aaron Berzel aussteigen ließ und in der Mitte den einschussbereiten Deniz Bindemann fand: 1:0 für die Preußen – und noch knapp 90 Minuten zu spielen. Nach knapp sechs Minuten konnten die 2326 Zuschauer dann schon fast auf den „Return of Invest“ anstoßen, das Geld für die Tickets war zweifellos gut angelegt. Thorben Deters bediente Thomas Kok, der den Ball aus 17 Metern an den Pfosten befördert.

Schleudergang statt Schongang beim Pokal-Intermezzo: Deters‘ Schuss aus spitzem Winkel entschärfte Verls Keeper Niclas Thiede (12.), dann wurde es etwas ruhiger in den Strafräumen, weil der Gast eigene bescheidene Spielanteile einforderte. Es blieb aber spannend und die Preußen gefährlicher. Untermalt wurde das Ganze auf zunehmend holprigem Geläuf und bei Dauerregen von viel Einsatz und Körperkontakt am Rand der Schmerzgrenze.

Pokalfight vom Feinsten mit einem SCP, der dennoch immer noch Zeit und Räume fand für kleine Kabinettstückchen – sogar vom ansonsten eher humorlosen Zerberus im Preußen-Tor. Max Schulze Niehues verschaffte sich einen Eintrag in die Scorerliste mit seinem langen Ball in den Lauf von Nicolai Remberg, der unwiderstehlich zum 2:0 abschließen konnte (39.). So stand es zur Halbzeit nach Toren und zudem 11:10 für die Preußen beim Durchzählen der Akteure. Berzel sah kurz vor dem Wechsel die zweite gelbe Karte und verabschiedete sich vorzeitig.

Eindrucksvoller Pokalauftritt

Sollte es das schon gewesen sein? Gästetrainer Michel Kniat ließ den unauffälligen Ex-Preußen Joel Grodowski in der Kabine und brachte Lukas Petkov, Preußen-Trainer Sascha Hildmann schickte in Eigeninitiative Darius Ghindovean für den gelb verwarnten Jules Schwadorf und zwei Minuten später unfreiwillig auch noch Henok Teklab für den bärenstarken, aber dann leicht verletzten Deters (48.).

An den Kräfteverhältnissen änderte das nichts: Alexander Langlitz sorgte schon nach 52 Minuten für die endgültige Entscheidung gegen restlos entnervte Verler. Dass die Preußen sich in der Folge das alte Laster des Chancenwuchers leisteten, tat diesem eindrucksvollen Pokalauftritt der Hildmann-Schütztlinge keinen Abbruch mehr.

Statistik

Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Hoffmeier, Hemmerich – Kok – Remberg, Schwadorf (46. Ghindovean) – Langlitz (74. Thiel), Bindemann (61. Wegkamp), Deters (48. Teklab)

Verl: Thiede – Ochojski, Pernot, Berzel, Schikowski (46. Ezegwem)– Sapina (56. Mirchev) – Rabihic, Corboz – Berlinski (69. Akono), Koruk, Grodowski (46. Petkov)

Tore: 1:0 Bindemann (2.), 2:0 Remberg (39.), 3:0 Langlitz (52.) – Gelbe Karten: Bindemann, Schwadorf, Teklab / Berzel, Mirchev – Gelbrot: Berzel (45.)

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