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Fußball: DFB-Pokal

Preußen Münster legt Protest gegen Wertung der Niederlage gegen Wolfsburg ein

Münster

Preußen Münster legt nach einem halben Tag Beratung Protest gegen die Wertung der 1:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg nach Verlängerung im DFB-Pokal ein. Das Weiterkommen am Grünen Tisch ist nicht unwahrscheinlich, der Gegner hat seinen Fehler schon eingesehen.

Von Thomas Rellmann

Mark van Bommel (r.) gab an, sich bei Tobias Fritsch (l.) zu seinen Wechseln versichert zu haben. Foto: Imago/Ulrich Hufnagel

Die internen Abwägungen nahmen dann doch ein paar Stunden in Anspruch. Protest einlegen oder nicht nach den sechs Auswechslungen des VfL Wolfsburg im Erstrundenspiel des DFB-Pokals, wo doch nur fünf erlaubt waren? Die Verantwortlichen von Preußen Münster gaben am Nachmittag ihren Einspruch beim Verband ab. Die lange Wartezeit hatte wohl eher organisatorische Gründe. Für die Beobachter war die Sache ohnehin klar. Als schlechter Verlierer wollte der Club, der sich in den vergangenen ein, zwei Jahren ein positives Image aufgebaut hatte, zwar nicht gelten. Doch dieser Vorwurf war angesichts des klaren Regelverstoßes, der sogar mehr oder weniger direkten Bezug aufs Endergebnis hatte, nicht haltbar – formuliert hatte ihn ohnehin niemand.

Einstimmige Entscheidung der Preußen-Gremien

Die Entscheidung sei „mit Blick auf einen sportlich fairen Wettbewerb und aus Verantwortung gegenüber den Fans, Mitgliedern und Förderern“ des Traditionsvereins einstimmig getroffen worden, teilte der Club mit. „Mit dem unzulässigen Wechsel hat unser Gast das Spiel dann aber zu unseren Ungunsten entscheidend beeinflusst“, so Sportdirektor Peter Niemeyer. Die Mannschaft hatte den klaren Favoriten beim 1:3 in die Verlängerung gezwungen und das 1:1 erst in der 90. Minute kassiert. So stand es auch zum Zeitpunkt der fatalen Auswechslung (102., Admir Mehmedi für Maximilian Philipp) auch noch.

Letztlich gaben auch wirtschaftliche Aspekte den Ausschlag, die in eine KGaA ausgegliederte Profi-Abteilung hätte es sich kaum leisten können, ein mehrere hunderttausend Euro schweres Geschenk auszuschlagen. Egal ob das Geld letztlich in die aufstiegswillige Mannschaft, in das Stopfen von Finanzlücken oder in die Jugend investiert würde.

Schiedsrichter muss Wechsel nicht kontrollieren

Das Weiterkommen ist mit dem formalen Schritt noch nicht sicher. Die Wolfsburger könnten noch darauf plädieren, dass der Vierte Offizielle Tobias Fritsch ihnen auf mehrmalige Nachfrage, so ihre Schilderung, den sechsten Tausch genehmigte. Offenbar gab es mindestens ein Missverständnis in der Kommunikation. Der Schiedsrichter steht aber nicht in der Pflicht, die Anzahl der Wechsel zu kontrollieren.

Gelänge es dem VfL aber, dem Team um Hauptreferee Christian Dingert eine Mitschuld nachzuweisen, könnte das Urteil auch ein Wiederholungsspiel sein. In der Vergangenheit wurden ähnliche Fälle jedoch zumeist mit einer 2:0-Wertung für den Gegner geahndet. Die exakte Spielordnung für den Wettbewerb war allen Vereinen selbstverständlich im Vorfeld zugegangen. Die Preußen kannten zumindest in Person von Teammanager Harald Menzel die Regularien ganz genau. Anders als bei EM und Olympia ist eine sechste Auswechslung ausdrücklich nicht erlaubt. Wann das DFB-Sportgericht entscheidet, ist noch offen. Runde zwei wird am 29. August ausgelost und am 26./27. Oktober ausgetragen.

Ähnlich wie Augenthaler und Gerets

Zuletzt keine guten Erfahrungen mit dem DFB

Gute Erfahrungen mit den Verbandsinstanzen hat der SCP in der Vergangenheit eher nicht gemacht. Weil der Verein als Drittligist nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 erst später als die meisten Konkurrenten in die Vorbereitung auf den Re-Start einsteigen konnte, klagte er (schon vor dem Abstieg) gegen die Ansetzungen fast aller verbleibenden Partien und wurde erst vom Sport- und dann vom Bundesgericht zurückgewiesen. Diesmal stehen die Chancen jedoch ungleich besser.

Kommentar: Nur eine Option

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