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Fußball: Regionalliga West

Preußen Münsters Elferrat mit Stallgeruch

Münster

Ein Auge auf die Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen hatte der SC Preußen Münster in den vergangenen Jahren schon immer. Doch in der jüngst abgelaufenen Regionalliga-Saison kamen so viele Spieler mit Stallgeruch zum Einsatz, wie selten zuvor. Das belegt eine Statistik, die Ole Kittner nun präsentierte – nicht ohne Stolz.

Von Thomas Rellmann

Eine rasante Entwicklung legte nicht nur Eigengewächs Nicolai Remberg in dieser Saison hin, auch Keeper Marko Dedovic, Routinier Alexander Langlitz oder etwa Dominik Klann starteten ihre Karrieren im SCP-Nachwuchs. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein Geheimnis ist es nicht, dass Preußen Münster seit einigen Jahren vermehrt und seit dem Abstieg aus der 3. Liga noch einmal intensiver auf Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs setzt. Ex-Profi Ole Kittner, der nach seiner Laufbahn als Sportpsychologe und Mitglied des Kompetenzteams in eine strategische Rolle wechselte, hat mit den Jugend-Trainern Nils Amberger und Julian Fuhrmann eine Statistik entworfen, die mit einer Lupe genau auf die Thematik betrachtet. „Wir wollten intern, aber auch nach außen mit dieser Erhebung darlegen, dass in unserer Junioren-Abteilung hervorragend gearbeitet wird“, sagt Kittner. „Das ist ein riesiges Pfund. Wir haben ein großes Einzugsgebiet. Hinzukommt, dass bei den Übungsleitern im Nachwuchs die Chemie stimmt, das ist ein wichtiger Baustein.“

Der 33-Jährige weiß uz gut, dass die Chance sich heranzutasten in der Regionalliga größer ist für Akteure wie Nicolai Remberg, Dominik Klann, Lukas Frenkert oder Keeper Marko Dedovic als in der 3. Liga. „Der Verein versucht aus dieser Situation ein Plus zu machen, ein Fundament aufzubauen und die Identifikation zu stärken. Und man muss sagen, dass die Jungs das auch nutzen.“

Scherder und Remberg mit 38 Einsätzen

Von den in dieser Saison eingesetzten 27 Spielern kommen allein elf aus dem eigenen Stall, was einer Quote von rund 40 Prozent entspricht. Zusammen haben sie 276 Partien bestritten, waren 217-mal Teil der Startelf (fast 50 Prozent) und sammelten zusammen 19 916 Minuten (48 Prozent) in der Liga. Darunter waren also keineswegs nur Nebendarsteller, sondern mit Simon Scherder, Remberg (beide 38 Einsätze), Alexander Langlitz (35) oder Niklas Heidemann (32) Stammkräfte.

Natürlich hatten einige von ihnen zwischendurch den SC Preußen auch mal verlassen (Langlitz, Heidemann), doch 15 Jahre am Stück im Verein sind eben nur die Allerwenigsten wie etwa Musterbeispiel Scherder. Auch bei den Torbeteiligungen stechen die Eigengewächse heraus. 33 von 70 Saisontreffern gingen auf ihr Konto, vor allem Langlitz (12) trug dazu bei, aber auch Youngster Deniz Bindemann (8), der bei seinen zwölf Auftritten alle 67 Minuten erfolgreich war, und Innenverteidiger Scherder (4).

Spieler aus der Region nicht in der Liste

Nicht berücksichtigt in der Auflistung sind die Spieler, die zwar nicht aus der Preußen-Talentschmiede stammen, aber doch aus der Region kommen wie Marcel Hoffmeier, Joel Grodowski oder Gerrit Wegkamp.

Den Weg wird der SCP so fortschreiben. Zwar geht Frenkert (25 Einsätze, zwei Tore) zur zweiten Mannschaft des FC Schalke 04, und Ousman Touray (12 Einsätze, ein Tor) wechselt zum Regionalliga-Konkurrenten SC Wiedenbrück. Der Rest aber wird an Bord bleiben – und aus der U 23 oder U 19 werden in der kommenden Saison sicher wieder einige Nachwuchskräfte ihre Chance erhalten. Die werden dann ganz bestimmt auch wieder in Kittners Erhebung auftauchen.

Van Eijma ohne Einsatz für Curacao

Roshon van Eijma muss weiter auf seinen zweiten Einsatz für die Nationalmannschaft von Curacao warten. Zwar feierte der Innenverteidiger von Preußen Münster just seinen 23. Geburtstag, wurde aber von Nationaltrainer Patrick Kluivert weder beim 8:0 Sieg über die Britischen Jungferninseln noch beim folgenden 0:0 gegen Guatemala eingesetzt. Das Unentschieden gegen Guatemala bescherte Curacao den Einzug in die zweite Runde der WM-Qualifikation der sogenannten Concacaf-Zone. Und da wartet die nächste Chance für van Eijma: Am 12. und 15. Juni geht es für den Inselstaat gegen Panama um den Einzug in die dritte Runde der WM-Qualifikation. Hier werden dann acht Mannschaften um vier WM-Plätze für Katar spielen. Mexiko, USA, Costa Rica und Jamaika sind bereits qualifiziert. Der Niederländer kommt also im Nationalteam von Curacao ebenso wenig zum Einsatz wie beim Regional­ligisten aus Münster. Die Zeichen beim SCP stehen dabei eindeutig auf Trennung. Der Verteidiger, der das letzte Saisonspiel beim FC Schalke 04 II wegen seiner Länderspielreise verpasst hatte, hat noch einen Kontrakt bis zum Sommer 2022.

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