1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Fussball
  6. >
  7. Preußen schlagen Werder II und spielen auch ein bisschen fürs Publikum

  8. >

Fußball: Testspiel

Preußen schlagen Werder II und spielen auch ein bisschen fürs Publikum

Münster

Preußen Münster ist in dieser Vorbereitung weiter auf einem guten Weg. Im Regionalliga-Duell zwischen West- und Nordstaffel gelang ein 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen II. Die wieder zugelassenen Zuschauer registrierten nicht nur den Sieg erfreut.

Von Thomas Rellmann

Das Publikum ist gebannt Gerrit Wegkamp (M.) behauptet sich im Kopfball gegen Belal Halbouni und Louis Poznanski. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein kleiner Anflug alter Zeiten. Wer am Mittwoch im Feierabendverkehr die Hammer Straße stadtauswärts fuhr, blickte auf viele schwarz-weiß-grüne Trikots. Gut gelaunte Fans von Preußen Münster, die meisten auf dem Drahtesel, pilgerten Richtung Stadion. Der so lange ausgefallene Schnack mit anderen Anhängern, Sonne, Bratwurst, Bier – das gefiel den 653 Zuschauern, darunter eine Menge Kinder. So viele waren seit Oktober nicht da.

Preußen-Trainer Hildmann zufrieden

Fußball gespielt wurde auch. Darum ging’s ja. Der SCP bestätigte seine sehr ordentliche Verfassung und gewann gegen Werder Bremen II auch das vierte Spiel des Sommers. Beim 1:0 (1:0) war vor allem die erste halbe Stunde wieder überzeugend. „Ein sehr guter Test. 80 Prozent werden so ablaufen. Der Gegner hat gut verteidigt, es war schwer durchzukommen“, sagte Coach Sascha Hildmann. „Ergebnisse in der Vorbereitung sind nicht egal. Wir wollen gewinnen, das predigen wir.“ Er schickte eine ganz ähnliche Formation wie zuletzt aufs Feld, packte aber noch mal etwas Erfahrung drauf. Bis auf Marcel Hoffmeier (22) waren alle Akteure mindestens 25, der Schnitt lag bei über 28 Jahren. Mit so viel Routine gelang vor zehn Jahren der Drittliga-Aufstieg, aber das nur am Rande.

Mannschaftsrat bleibt, wie er war

Alexander Langlitz köpfte früh an die Latte (6.). Ein herrlicher Angriff brachte wenig später die Führung. Simon Scherder setzte per Steilpass Julian Schauerte ein, der sich entschlossen gegen Justin Njinmah behauptete und flankte. Dort machte Jules Schwadorf ein langes Bein und schweißte die Kugel in den Winkel (12.). Begeisterung auf der Tribüne über das 1:0! Münster kann also auch eine sehr kompakte Deckung ausspielen, gut zu wissen.

Die Hanseaten hatten aber ebenfalls eigene gute Ansätze. Die besten Momente hatte Malik Memisevic (4., 36.). Trotzdem wirkte der Auftritt der Preußen auch ein wenig wie für die Galerie – im positiven Sinn. Dem Publikum sollte was geboten werden. Das Honorar lautete in diesem Fall Szenenapplaus. Den gab’s auch für Marvin Thiel, dessen etwas verunglückte Flanke auf den Querbalken tropfte (24.). Sekunden später verfehlte Gerrit Wegkamp den Kasten minimal (25.). Beide Szenen entsprangen Gegenpressingsituationen. Ein neues Markenzeichen des SCP?

Wegkamp und Dahlke gemeinsam

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Partie Längen bekam. Ein Distanzknaller von Joshua Holtby blieb das einzige Signal (35.), ehe es im zweiten Durchgang mit einem kleinen Experiment weiterging. Erstmals standen Wegkamp und Jan Dahlke als klassische Mittelstürmer gemeinsam auf dem Rasen, dazu kam auf der rechten Seite mit Deniz Bindemann ein weiterer Torjäger. Am System änderte sich vordergründig wenig, da Wegkamp die Achterposition von Holtby einnahm. Richtig zum Tragen kam die Variante aber nicht. Anders als die Option Dominik Klann im noch dünn besiedelten Abwehrzentrum, die sehr gut aufging. Schulze Niehues zeichnete sich bei einer abgefälschten Bogenlampe von Min-woo Kim aus (57.). Die Wechsel auf beiden Seiten raubten der Partie aber wieder einmal Struktur.

Hitziges Duell erfreut Zuschauer

„Wir wurden zu ungenau, haben zu viele einfache Fehler gemacht. Wenn wir es schnell machen mussten, wurden wir langsam – und umgekehrt“, hielt Hildmann fest. „Hinten raus fehlten auch die Kräfte. Aber wie wir zurückarbeiten, wie wir gegen den Ball agieren, das ist schon gut. Das ist die Basis für alles.“ Die Münsteraner ließen zwar erkennen, dass sie Bock aufs zweite Tor hatten. Emotionen kamen aber vor allem durch das hitzige Duell zwischen Bindemann und Belal Halbouni rein. Das nahmen auch die Zuschauer leicht augenzwinkernd und dankbar auf. Ein weiterer Treffer hätte kaum mehr Wirkung erregt. Selbst der Ausgleich nicht, den Dejan Galjen noch vergab (90.).

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Hoffmeier (46. Klann), Thiel (80. Ter Horst) – Daube (80. Selutin) – Schwadorf (62. Remberg), Holtby (46. Dahlke) – Langlitz (46. Bindemann), Wegkamp, Deters (62. Kloth)

Startseite