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Fußball: Regionalliga West

Preußen gelassener vor Zuschauer-Beschränkungen

Münster

Die Zuschauer-Beschränkungen kommen, da gibt es auch in NRW keinen Weg zurück mehr. Warum Preußen Münster diesmal gelassener auf diese Maßnahme blickt als in der vergangenen Saison, erklärt Geschäftsführer Bernhard Niewöhner. Es gibt mehrere Gründe hierfür.

Von Thomas Rellmann

Volle Blöcke erwartet Preußen Münster vorerst nicht mehr. Foto: Jürgen Peperhowe

Nicht erst seit Dienstag schwebt das Damoklesschwert Geisterspiele über dem Profifußball. Die NRW-Landesregierung will an diesem Donnerstag zumindest eine Reduzierung der Zuschauerkapazität verkünden, vermutlich auf 33 Prozent, wie Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann andeutete. Regionalligist Preußen Münster ist zumindest finanziell auf den Fall der Fälle vorbereitet.

Mit einem Drittel kommt Preußen aus

Geschäftsführer Bernhard Niewöhner schiebt voraus, dass „solche Maßnahmen natürlich aktuell verständlich sind, selbst wenn draußen weniger Ansteckungsgefahr herrscht“. Seinen Club würde ein temporäres Limit jedenfalls nicht überhart treffen. Das liegt einmal am Spielplan. Bis Ende Januar stehen nur noch eine Meisterschaftspartie (am 18. Dezember gegen Borussia Mönchengladbach II) und das wirtschaftlich zu vernachlässigende Westfalenpokal-Viertelfinale gegen die SpVgg Erkenschwick am 8. Dezember an. Niewöhner: „Mit einer Auslastung von einem Drittel kommen wir aus.“ Dann wären 4500 bis 5000 Besucher, je nach Auslegung der Stadt, erlaubt, was in etwa dem Zuspruch der Vorwochen entspricht.

SCP-Geschäftsführer Bernhard Niewöhner sieht den kommenden Zuschauer-Beschränkungen einigermaßen entspannt entgegen. Foto: Johannes Oetz

Die vier nominell attraktivsten Gegner, die die meisten Anhänger mitbringen und anlocken, waren in der Hinserie bereits in Münster: Alemannia Aachen, RW Essen, Wuppertaler SV und RW Oberhausen. Weil die Westkurve, wo das Gäste-Publikum steht, im Laufe der Rückrunde saniert wird, kam das den Preußen ohnehin zu Pass. Der Verband war über diese Thematik informiert. „Vielleicht hat da ein Mitarbeiter mitgedacht“, so Niewöhner.

Hoffnung auf frühere Lockerungen

Auch aufgrund dieser Ansetzungen hielten sich die Einnahmeausfälle in Grenzen. Doch der 71-Jährige weist noch auf einen anderen Punkt hin: „Auswärts hätten wir natürlich sehr gern weiter große Unterstützung, aber diese Bereiche dürften als erste flachfallen.“ Im Titelrennen wäre das keine optimale Ausgangslage, wenn es nach Essen oder Wuppertal geht.

Doch die Hoffnung, dass in dieser Saison Lockerungen früher als in der vergangenen gestattet werden, gibt Niewöhner nicht auf. Auch er weiß, dass die Kulisse in Münster unabhängig vom Gegner wächst, wenn die Chance auf den Aufstieg besteht. Jeder erinnert sich an die Spielzeit 2010/11 ...

Finanzielle Lage ist nicht mehr so brenzlig

Was den Funktionär aktuell halbwegs ruhig schlafen lässt, ist aber auch der Bonus aus der 2. Runde im DFB-Pokal. „Der gibt uns die notwendige Sicherheit. Und sollte es zu Zuschauerbeschränkungen kommen, erwarten wir auch wieder Beihilfen des Landes. Das hat beim letzten Mal sehr gut geklappt.“ So brenzlig wie zu Beginn dieses Jahres ist die Lage beim SCP nicht mehr. „Unser Ausgabeverhalten ist weiter sehr konservativ“, sagt Niewöhner. Auch die Zusammenarbeit mit Vermarkter Sportfive laufe aktuell „sehr ordentlich“. Auf diesem Sektor werden die gesteckten Ziele offenbar diesmal erreicht. Und selbst für eine mögliche Verstärkung in der Winterpause hat der Club einen Puffer.

Trotz aller abfedernden Faktoren ist für die Preußen-Verantwortlichen aber klar, dass nichts ein volles Haus an der Hammer Straße ersetzt. Vielleicht ist das im Frühjahr ja wieder möglich.

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