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Fußball: Regionalliga West

Preußen spüren nach Sieg über Düren Erleichterung für den Moment

Münster

82 lange Minuten mussten die mehr als 6000 Fans an der Hammer Straße, ehe Nicolai Remberg sie erlöste. Ist mit dem 2:0 gegen den 1. FC Düren das Tal durchschritten? Dafür scheint es zu früh, aber für Kopf und Tabelle waren die drei Punkte Gold wert.

Nicolai Remberg bejubelt das 1:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster ein Gewinner des Spieltags? Zur Pause hatte am Samstag gegen den 1. FC Düren vermutlich niemand im Stadion diesen Gedanken. Nach der wohl am schwersten verdaulichen ersten Hälfte der vergangenen Jahre gab es sogar, und das will was heißen an der Hammer Straße, Pfiffe. „Ein bisschen Gegrummel“, sagte Coach Sascha Hildmann, habe er wahrgenommen. „Aber wo kommt das nicht vor? Außerdem war ich Trainer in Kaiserslautern ...“ Nach dem 2:0 (0:0) am Ende hatten sich sowieso alle wieder lieb. Doch fünf Wochen nach dem bis dato letzten Sieg und angesichts von vier dicken Enttäuschungen zuletzt stand die Stimmung diesmal schon auf der Kippe.

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Weil Rödinghausen, Schalke II, Fortuna Köln und Oberhausen Federn ließen, hat sich die Ausgangslage sogar etwas verbessert. Ob der SCP sein Tal verlassen hat, steht aber auf einem anderen Blatt. Der Neuling war ein spezieller Gegner. „Es war schwierig, Räume zu finden. Düren hat sich verbarrikadiert“, sagte Hildmann. „Da braucht man schnelle Füße, ein schnelles Passspiel. Anfangs war der Gegner aber auch noch fit, hat viel verschoben.“ Selbst Torjäger Marc Brasnic hatte der destruktive Gast, der dennoch lange nicht weniger Ecken, Abschlüsse und Chancen als die Preußen verzeichnete, draußen gelassen. Hinzu kam ein teils groteskes Zeitspiel bei Einwürfen (schon ab der zweiten Minute), Auswechslungen und allen anderen Unterbrechungen. Garniert mit rätselhaften Verletzungen, die wundersam heilten. „Alle in der eigenen Hälfte, so kompakt – das habe ich selten erlebt“, sagte Alexander Hahn. „Solche Spiele kommen öfter noch“, prophezeite Hildmann, wissend, dass der SCP noch nicht über den Berg ist. „Vielleicht haben wir genau so einen Sieg aber auch jetzt mal gebraucht. Wir sind ja auch nur Menschen.“

Kein Durchkommen im Zentrum, kein Tempo bei Ballgewinn, kein Mut, unpräzise Diagonalbälle, eine gewisse Hilflosigkeit – so lässt sich Hälfte eins auf nassem Rasen zusammenfassen, in der Münster noch einmal etwas Glück hatte, als Nicolai Remberg den frei auf den Kasten zusteuernden Yannik Schlößer rabiat und ohne Ball im Sechzehner abdrängte (43.). Kein Elfmeter, keine Notbremse? „Es kann in solchen Spielen gefährlich werden, wenn wir den einen entscheidenden 50:50-Zweikampf verlieren“, so Hahn.

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„Wir waren im letzten Drittel zu ungenau, hätten mehr in die Tiefe und über außen spielen müssen. Es gab kaum Momente, um umzuschalten“, so Hildmann. Der ganz leichte Aufwärtstrend vor der Pause setzte sich mit zweitem Mittelstürmer (Gerrit Wegkamp) nach der Pause fort. Cenk Durgun hatte für den Aufsteiger zwar noch eine Chance (51.), danach stellten die Gäste ihre Angriffsbemühung aber final ein. Mit zwei weiteren offensiven Wechseln (Yassine Bouchama und Thorben Deters) ging es noch mehr ins Risiko. „In der letzten halben Stunde haben wir dann auch ein Powerplay entwickelt“, fand Hildmann. Henok Teklab scheiterte bei der ersten echten SCP-Möglichkeit an Keeper Patrick Bade (58.), Andrew Wooten bei der zweiten nach Ablage von Gerrit Wegkamp am vor der Linie klärenden Jannis Becker (68.).

Preußen-Stürmer Gerrit Wegkamp gegen Mario Weber Foto: Jürgen Peperhowe

Die Erlösung dann durch Remberg, den Antreiber. Ecke Teklab, Kopfballvorlage Alexander Hahn – und dann drückte der 22-Jährige die Kugel mit dem Außenrist ins lange Eck (82.). Erleichterung, Ekstase, was auch immer. Statt der erwarteten sechs oder sieben Minuten Nachspielzeit gab’s keine einzige. Weil Wegkamp mit dem letzten Kontakt das 2:0 machte und ins leere Tor traf (90.). Marc Lorenz hatte beim Konter Wooten eingesetzt, der an Bade hängen blieb, aber dann noch quer legte.

„Solche Spiele gehören dazu, auch wenn’s nicht schön für die Zuschauer war. Ich bin echt glücklich“, gestand Hildmann. So ganz ohne waren die letzten Tage eben doch nicht.

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