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Fußball: DFB-Pokal

Preußen Münster will und muss sich am Auftritt gegen Hertha messen lassen

Münster

Der DFB-Pokal ist für diese Saison Geschichte. Preußen Münster hat sich zweimal gut präsentiert. Doch nach dem 1:3 gegen Hertha BSC liegt das Hauptaugenmerk allein auf der Meisterschaft. Zwei Führungsspieler plädieren dafür, sich an der Leistung am Dienstag zu orientieren.

Von Thomas Rellmann

Das wohl entscheidende Tor von Ishak Belfodil (Nr. 14) Foto: Jürgen Peperhowe

Es war schon erstaunlich, wie deckungsgleich die Schlüsse der Preußen aus dem Pokal-Aus inhaltlich waren. Nach dem leidenschaftlichen Auftritt gegen Hertha BSC (1:3) in Runde zwei sagte Kapitän Julian Schauerte: „Diesen Spirit müssen wir jetzt in die Liga übertragen.“ Angreifer Gerrit Wegkamp pflichtete bei: „Ich mache mal den Schwung und sage: An dieser Leistung müssen wir uns ein Beispiel nehmen und sie Woche für Woche wiederholen. Natürlich war das eine besondere Partie, natürlich laufen die Dinge in der Meisterschaft ganz anders. Trotzdem ist diese Intensität, die wir gezeigt haben, auch eine Verpflichtung, an der wir uns messen lassen müssen.“

Selbst in Unterzahl nach dem Blackout von Nicolai Remberg (Schwalbe und Gelb-Rot) mit dem Halbzeitpfiff bedrängte der Außenseiter den Bundesligisten und lief weiter mutig an, verbuchte mehr Torschüsse (18:17) und Freistöße (14:9), war in Zweikämpfen und Ballbesitz nur knapp unterlegen. Coach Sascha Hildmann bemerkte zwar, dass „Hertha mitgespielt hat, während andere Gegner oft den elf Meter breiten Bus vor dem Tor parken“. Doch mit Blick auf die vielen Punktverluste seit September räumte auch er ein: „Die dürfen nicht passieren. Die Liga ist unser Job, unser Beruf, unser Leben.“

Julian Schauerte

Der 49-Jährige schlug also gleich den Bogen zum Heimspiel am Freitag (19 Uhr) gegen den FC Schalke 04 II. „Bis dahin heißt es Wunden lecken, durchpusten – wir werden dennoch rotieren. Die Zeit ist zu knapp.“ Zwei Fragen stellen sich mit Blick auf das Gastspiel der Königsblauen: Wie viel Kraft hat der Pokalfight gekostet? Und honorieren die Fans die große Willensleistung und kommen am attraktiven Termin (Flutlicht und Wochenende) wieder?

Mehr als 11.000 Zuschauer waren am Dienstag da, und es hätten sicher noch tausende Tickets mehr verkauft werden können. Wenn die Hälfte davon gegen S04 erneut zusieht, wäre das schon eine gute Ausbeute. „Die vielen Fans, das Drumherum – das pusht, das erzeugt Adrenalin, das setzt Kräfte frei“, meinte Schauerte. „Es liegt an uns, ob die Leute wiederkommen. Jeder hat gesehen, dass das Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Publikum funktioniert. Ich hoffe, auch Freitag springt der Funke wieder über.“

Drei Fragen an Marvin Thiel

Es fiel nicht leicht, Haare in der Suppe zu finden. Die Hauptstädter taten sich sehr schwer, erst die Joker Ishak Belfodil und Marco Richter stachen. Trotzdem konnte Hildmann nicht nur lächeln. „Es nagt schon an mir. Trotz des frühen 0:1 sind wir zurückgekommen und haben uns befreit. Hinten reinstellen ist eben nicht unser Ding.“ Der Trainer hatte auch in Unterzahl an die Sensation geglaubt, wollte er wohl ausdrücken. Was ihm besonders gefiel, war der wilde Stil in der Schlussphase, als die Partie schon gelaufen war, Münster aber noch mal mächtig drückte. „Das war aller Ehren wert, ein gutes Zeichen. Die Fans können stolz auf die Preußen sein.“

Wegkamp ordnet Liga Priorität zu

Auch Schauerte stellte heraus, dass mit einem Mann weniger „noch Hoffnung“ da war. „Der Druck für Berlin wurde dadurch größer, das haben wir in der Pause angesprochen, das kannten wir aus der Liga ja selbst.“

Um auch nächstes Jahr prominente Kontrahenten empfangen zu dürfen, muss nun der Westfalenpokalsieg her. „Sowas wie gegen Hertha will der ganze Verein wiederhaben“, sagte Wegkamp. Er fügte aber sogleich an: „Priorität hat für uns definitiv die Liga.“

- Alexander Langlitz hat sich im Spiel an der Schulter verletzt und muss Donnerstag in die MRT-Untersuchung.

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